Pool und Teich kindersicher machen: der Schutz, der wirklich zählt

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Ein Nachmittag im Juli, Grillrauch über der Terrasse, acht Erwachsene im Garten. Und trotzdem verschwindet ein Zweijähriger für neunzig Sekunden aus dem Blick. Genau so passiert es – nicht bei der alleinerziehenden Mutter, die kurz abgelenkt ist, sondern beim Fest, wo alle glauben, jemand anderes passe schon auf. Wer seinen Pool kindersicher machen will, muss zuerst diesen Satz begreifen: Ertrinken ist nicht laut. Es gibt kein Plätschern, kein Rufen, kein Um-sich-Schlagen wie im Film. Ein Kind geht still unter.

Das ist keine Panikmache, sondern der nüchterne Befund der Wasserrettung. Der Grund ist banal: Rufen kostet Luft, die nicht da ist. Wer ertrinkt, hat den Mund die meiste Zeit unter Wasser; taucht er kurz auf, geht die Sekunde für einen Atemzug drauf, nicht für einen Satz. Ein Hilferuf ist ein Luxus, den dieser Körper sich nicht leisten kann. Kleine Kinder kommen dabei gar nicht erst wieder an die Oberfläche.

Und der Zeitrahmen ist erbarmungslos kurz. Eine DLRG-Sprecherin nannte gegenüber Medien eine Spanne von dreißig bis neunzig Sekunden, in denen ein Kind ertrinkt; in den eigenen Unterlagen der Wasserretter heißt es, ein Ertrinkender halte sich meist noch zwanzig bis sechzig Sekunden an der Oberfläche – kleine Kinder gehen sofort unter (Stand: August 2026, ohne Gewähr). So lange braucht ein Erwachsener, um eine SMS zu tippen oder den Grill umzudrehen.

Was danach kommt, ist eine zweite, ebenso knappe Uhr: Steht der Kreislauf, entwickeln sich nach drei bis fünf Minuten bleibende Hirnschäden – der Rettungsdienst braucht im Schnitt acht. Diese Lücke schließt nur, wer selbst anfängt.

Bevor Sie weiterlesen: Vier Dinge lassen sich heute Abend erledigen, und keines davon kostet Geld. Nehmen Sie die Leiter vom Aufstellpool ab und räumen Sie sie weg. Kippen Sie das Planschbecken aus und stellen Sie es hochkant an die Wand. Verschließen Sie die Regentonne. Und sichern Sie die Tür, durch die ein Kind vom Haus direkt ans Wasser läuft. Damit ist Ihr Garten noch nicht sicher – aber vier Wege ans Wasser, die im Familiengarten regelmäßig offen stehen, sind zu.

Warum schon flaches Wasser lebensgefährlich ist

Viele Eltern denken bei Ertrinken an den tiefen Teil des Pools. Der Irrtum kostet Leben. Ein Kind unter drei Jahren kann bereits in wenigen Zentimetern Wasser ertrinken – im umgekippten Bobbycar-Wasser, im Regenfass, im flachen Rand des Gartenteichs. Der Grund ist banal und grausam: Ein Kleinkind hat einen im Verhältnis schweren Kopf und noch keine Kraft, sich aus einer Kopf-nach-unten-Lage aufzurichten. Fällt es vornüber ins Wasser, bleibt es liegen.

Das verändert die ganze Perspektive. Es geht nicht nur um den Swimmingpool mit anderthalb Metern Tiefe. Es geht um das Planschbecken, das Sie nach dem Nachmittag stehen ließen. Um die Regentonne ohne Deckel. Um den Miniteich im Kübel neben der Terrasse. Jede stehende Wasserfläche im Garten ist eine potenzielle Gefahrenquelle, sobald ein Kind laufen kann – und die gefährlichsten sind oft die, die niemand ernst nimmt.

Sicherheitshinweis: Kleinkinder ertrinken lautlos und in Sekunden, auch in flachem Wasser von wenigen Zentimetern. Ein Kind, das vornüber in Planschbecken, Regentonne oder Teichrand fällt, kann sich nicht selbst aufrichten und ruft nicht um Hilfe. Entleeren Sie Planschbecken sofort nach Gebrauch, verschließen Sie Regentonnen und lassen Sie kleine Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt – auch nicht „nur kurz“.

Wer das einmal verinnerlicht hat, plant seinen Garten anders. Nicht ängstlich, aber wach. Und er versteht, warum eine einzelne Maßnahme selten genügt.

Pool kindersicher machen: die Barriere ist der wichtigste Schutz

Wenn Sie nur eine Sache tun, dann diese: Trennen Sie das Wasser physisch vom Kind. Eine feste, vierseitige Umzäunung, die den Pool oder Teich vollständig einschließt und ihn vom Rest des Gartens abriegelt, ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die es gibt. Untersuchungen zeigen, dass eine solche allseitige Absperrung mehr als die Hälfte der Ertrinkungsunfälle bei kleinen Kindern verhindern kann. Keine andere Sicherung kommt an diesen Wert heran.

Wichtig ist das Wort „vierseitig“. Eine Absperrung, die nur drei Seiten des Pools umgibt und die vierte offen zur Terrasse oder Hauswand lässt, ist keine Barriere – sie ist ein Trichter. Das Kind läuft aus dem Haus direkt ans Wasser. Der Zaun muss den Pool isolieren, nicht nur den Garten nach außen abgrenzen.

Und er muss so beschaffen sein, dass ein kleines Kind ihn weder übersteigt noch unterkriecht. Das heißt in der Praxis: hoch genug, dass ein Zweijähriger nicht darüberklettert. Die deutschen Fachstellen für Kindersicherheit nennen mindestens einen Meter, besser anderthalb; die amerikanische Verbraucherschutzbehörde und der dortige Kinderärzteverband nennen als Orientierung rund 1,20 Meter (Stand: August 2026, ohne Gewähr). Keine waagerechten Querstreben auf der Außenseite, die als Leiter dienen – und auch kein Maschendraht, denn dort ist jede Masche ein Tritt. Der Spalt unten so schmal, dass kein Kind hindurchrobbt – auf Gras oder Kies eher enger als auf festem Boden. Und die senkrechten Stäbe eng genug, dass weder Kopf noch Brustkorb eines kleinen Kindes dazwischenpassen.

Wie eine Umzäunung im Einzelnen auszusehen hat, ist örtlich unterschiedlich geregelt – bitte örtlich prüfen.

Unabhängig von jeder örtlichen Vorgabe bleibt die schlichte Tatsache: Wer eine Wasserfläche anlegt, schafft eine Gefahrenquelle. Aus unserer Sicht gehört die Sicherung gegen den Zugang von Kindern deshalb zur Anlage selbst – so wie die Pumpe und der Skimmer, nicht wie ein Sonnenschirm, auf den Sie auch verzichten könnten. Wie Sie sie baulich umsetzen, ist der Teil, der örtlich unterschiedlich geregelt sein kann.

Das Tor entscheidet über alles

Ein Zaun ist nur so gut wie sein schwächster Punkt, und der schwächste Punkt ist fast immer das Tor. Ein Tor, das offen stehen bleibt, ist kein Tor – es ist ein Loch in der Mauer. Menschen sind vergesslich, besonders die Erwachsenen mit den Grillzangen und Weingläsern. Deshalb darf die Sicherheit nicht am Gedächtnis hängen.

Ein kindersicheres Tor schließt sich selbst und verriegelt sich selbst – aus jeder Position, auch wenn es nur einen Spalt weit offen steht. Es fällt selbsttätig ins Schloss, ohne dass jemand daran denken muss. Der Griff oder Riegel sitzt so hoch, dass ihn ein kleines Kind nicht erreicht. Und das Tor schlägt sinnvollerweise nach außen auf, vom Wasser weg – damit ein Kind, das am Tor rüttelt, es nicht zum Pool hin aufdrückt.

Und für den Aufstellpool gilt dieselbe Logik mit anderem Werkzeug – nur reicht die Beckenwand allein nicht als Barriere. Die Leiter ist das Tor: Nehmen Sie sie nach jedem Baden heraus und verstauen Sie sie außer Sichtweite oder sichern Sie sie abschließbar. Denken Sie dabei an alles, was ein Kind als Ersatzleiter benutzt: die Gartenbank, die Kühlbox, den umgedrehten Pflanzkübel. Auf die Wandhöhe verlassen Sie sich dabei nicht: In einer Untersuchung kletterten Kinder zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren auch ohne Leiter über eine 1,20 Meter hohe Beckenwand. Und bei den weichen Aufstellbecken kommt hinzu, dass ein Kind, das sich über den nachgiebigen Rand lehnt, kopfüber hineinkippt. Ziehen Sie deshalb auch um ein Aufstellbecken eine eigene Absperrung in Betracht.

Prüfen Sie das regelmäßig. Ein Scharnier, das nachgibt, eine Feder, die ermüdet, ein Riegel, der hakt – und der Schutz ist dahin, ohne dass Sie es merken. Gehen Sie einmal im Monat hin, lassen Sie das Tor aus verschiedenen Winkeln los und schauen Sie, ob es zuverlässig schließt und einrastet. Diese dreißig Sekunden sind gut investiert.

Abdeckungen: tragfähig oder trügerisch

Hier liegt einer der gefährlichsten Denkfehler überhaupt. Viele Poolbesitzer glauben, ihr Pool sei abgedeckt und damit sicher. Aber die üblichen Solarplanen und aufschwimmenden Luftpolsterfolien, die das Wasser warm halten, sind keine Sicherheitsabdeckung. Im Gegenteil: Sie sind eine Falle. Ein Kind, das auf eine solche Folie tritt, rutscht darunter – und die Plane legt sich über ihm zusammen. Von außen sieht die Wasseroberfläche noch geschlossen aus. Niemand sieht das Kind.

Eine echte Sicherheitsabdeckung ist etwas anderes. Sie ist so konstruiert und verankert, dass sie das Gewicht eines Kindes – und im Idealfall eines Erwachsenen – trägt, ohne nachzugeben oder sich zu öffnen. Sie ist gespannt, fest mit dem Poolrand verbunden und lässt kein Kind unter sich rutschen. Ob eine Abdeckung diese Tragfähigkeit tatsächlich bietet, entnehmen Sie den Herstellerangaben – hier trennt sich das Sicherheitsprodukt vom bloßen Wärmeschutz.

Sicherheitshinweis: Eine gewöhnliche Solar- oder Luftpolsterabdeckung ist keine Absturzsicherung. Ein Kind kann darunter rutschen, während die Folie sich über ihm schließt und die Wasseroberfläche geschlossen aussieht – das Kind bleibt unsichtbar und ertrinkt lautlos. Verlassen Sie sich nur auf eine ausdrücklich als tragfähig ausgewiesene, fest verankerte Sicherheitsabdeckung und prüfen Sie deren Belastbarkeit anhand der Herstellerangaben.

Und eine Regel, die viele übersehen: Auf der geschlossenen Abdeckung darf sich kein Wasser sammeln. Eine flache Pfütze auf der Plane ist für ein Kleinkind dieselbe Gefahr wie das Becken darunter. Pumpen Sie stehendes Wasser nach jedem Regen ab und spannen Sie die Abdeckung so, dass es ablaufen kann.

Eine tragfähige Abdeckung ist eine gute zweite Barriere. Aber sie ersetzt die Umzäunung nicht – schon deshalb, weil sie im Sommer beim Baden ja gerade offen ist. Und genau in diesen Badephasen, wenn das Wasser einladend und der Rand nass und rutschig ist, brauchen Sie den nächsten Baustein.

Alarm und Technik: sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz

Es gibt eine ganze Klasse von Sicherungen, die anschlagen, wenn etwas ins Wasser fällt oder wenn jemand die Absperrung durchbricht. Wasseroberflächen-Alarme reagieren auf die Wellen, die ein hineinfallender Körper auslöst. Tor- und Zaunalarme melden, wenn die Barriere geöffnet wird. Es gibt Armbänder für Kinder, die Alarm geben, sobald sie nass werden.

Diese Technik hat ihren Platz – als zusätzliche Warnschicht, die Ihnen im schlimmsten Fall die entscheidenden Sekunden verschafft. Aber verstehen Sie ihre Grenze: Ein Alarm verhindert nichts, er meldet nur. Der Wasseralarm meldet sogar erst, wenn das Kind bereits im Becken liegt; Tür- und Toralarme warnen immerhin früher, nämlich beim Öffnen – deshalb lohnt gerade der Alarm an der Tür, die vom Haus in den Poolbereich führt. Zwischen dem Signal und Ihrem Eingreifen vergeht Zeit, und Zeit ist genau das, was beim Ertrinken fehlt. Ein Alarm ist ein Rückfallnetz, keine Barriere.

Ähnlich verhält es sich mit der Technik unter Wasser. Pumpe, Filter und Unterwasserbeleuchtung bringen Strom in unmittelbare Nähe des Wassers – die gefährlichste Kombination im ganzen Garten. Ein Defekt ohne Schutzschalter kann tödlich enden, für Kinder wie für Erwachsene.

Sicherheitshinweis: Strom und Wasser sind an Pool und Teich lebensgefährlich. Eine defekte Pumpe oder Leuchte ohne Fehlerstrom-Schutzschalter kann im oder am Wasser einen tödlichen Stromschlag auslösen. Sichern Sie jeden Stromkreis im Außenbereich über einen FI-/RCD-Schutzschalter mit höchstens 30 Milliampere Auslösestrom ab und verwenden Sie nur Geräte mit einer für den Einsatzort ausgewiesenen IP-Schutzart. Im Becken und im unmittelbaren Randbereich gelten zusätzlich strengere Anforderungen bis hin zur Schutzkleinspannung – das beurteilt der Elektrofachbetrieb, nicht der Katalog. Beachten Sie die Herstellerangaben; ziehen Sie bei Eingriffen in Statik, Elektrik oder Gas einen Fachbetrieb hinzu.

Die Festinstallation von Pooltechnik überlassen Sie einem Elektrofachbetrieb. Das ist kein Bereich für Heimwerker-Ehrgeiz – hier geht es um Leben, und ein Fehler rächt sich sofort.

Der Gartenteich – die unterschätzte Gefahr

Beim Pool sind die meisten Menschen wenigstens grundsätzlich alarmiert. Der Gartenteich dagegen wirkt harmlos: flach, romantisch, mit Seerosen und Fröschen. Genau das macht ihn tückisch. Ein naturnaher Teich hat oft einen flachen, matschigen Randbereich, in dem ein Kind ausrutscht und mit dem Gesicht ins Wasser fällt – und dort, im schlammigen Flachwasser, gilt derselbe grausame Mechanismus wie im Pool.

Ein Teich lässt sich schwerer einzäunen als ein Pool, weil er meist Teil der Gartengestaltung ist und nicht abgesperrt aussehen soll. Trotzdem gibt es Wege. Ein engmaschiges, tragfähiges Stahlgitter dicht unter der Wasseroberfläche, fest verankert, verhindert das Versinken und bleibt optisch zurückhaltend. Es hat aber zwei Grenzen, die Sie kennen müssen: Über dem Gitter stehen weiterhin einige Zentimeter Wasser – und die genügen einem Kleinkind zum Ertrinken. Und ein Kind, das auf das Gitter tritt, kann mit dem Fuß in den Zwischenräumen hängenbleiben; die Fachstellen für Kindersicherheit weisen ausdrücklich darauf hin. Für Kinder unter drei Jahren ist deshalb die Umzäunung die belastbarere Lösung – genannt werden mindestens ein Meter, besser anderthalb, ohne waagerechte Kletterhilfen. Das Gitter ist die zweite Wahl, und die Aufsicht ersetzt es in keinem Fall.

Und noch etwas: Es sind nicht nur die eigenen Kinder. Denken Sie an die Enkel, die zu Besuch kommen, an die Nachbarskinder, die durch die Hecke schlüpfen, an das Kind der Freunde beim Gartenfest. Ihr Wasser ist für jedes dieser Kinder gleich tief – sichern Sie es deshalb so, als wäre ständig ein fremdes Kleinkind im Garten.

Was auch Haustiere schützt – und was nichts ersetzt

Was Kinder schützt, schützt oft auch Hunde. Ein Hund, der ins tiefe Becken fällt und die steile Wand nicht hochkommt, ermüdet und geht unter – deshalb gehört in jeden Pool eine Ausstiegshilfe, eine flache Stufe oder eine Rampe, über die auch ein Tier wieder herausfindet. Für Katzen sind offene, tiefe Wasserbehälter ebenfalls eine Gefahr.

Wenn es doch passiert: die ersten Minuten

Kein Schutz ist lückenlos. Deshalb gehört der Ernstfall vorher gelesen, nicht im Ernstfall. Holen Sie das Kind so schnell wie möglich aus dem Wasser – im Planschbecken oder am Beckenrand greifen Sie einfach zu. In tiefes Wasser, in dem Sie selbst nicht sicher stehen, springen Sie nicht hinterher, wenn Sie nicht in Wasserrettung geübt sind; reichen oder werfen Sie dann etwas zum Festhalten. Rufen Sie in jedem Fall den Notruf – 112 gilt europaweit, in Österreich und der Schweiz führt auch die 144 direkt zum Rettungsdienst.

Atmet das Kind nicht normal, gilt: Begonnen wird mit fünf Atemspenden, erst danach folgt die Herzdruckmassage im Wechsel mit Beatmungen. Bei Kindern ist das ohnehin der vorgesehene Weg, beim Ertrinken gilt er für jedes Alter. Der Grund ist der Sauerstoffmangel – beim Ertrinken ist er die Ursache des Kreislaufstillstands, nicht seine Folge. Lassen Sie sich dabei von der Leitstelle am Telefon anleiten, und versuchen Sie nicht, Wasser aus Lunge oder Magen herauszubekommen; das kostet nur Zeit (Stand: August 2026, ohne Gewähr – maßgeblich sind die jeweils aktuellen Reanimationsleitlinien). Ist das Kind bewusstlos, atmet aber normal, halten Sie die Atemwege frei und legen Sie es auf die Seite – besonders dann, wenn es zu erbrechen droht. Nach einem Sturz auf den Beckenrand oder bei jedem Verdacht auf eine Kopf- oder Wirbelsäulenverletzung drehen Sie es nicht, sondern halten die Atemwege in Rückenlage offen. Ziehen Sie die nasse Kleidung aus, halten Sie das Kind warm und kontrollieren Sie die Atmung mindestens jede Minute. Ein waches, ansprechbares Kind lassen Sie in der Haltung, die ihm angenehm ist.

Merken müssen Sie sich davon eine einzige Sache: erst fünf Atemspenden. Alles Weitere sagt Ihnen die Leitstelle, während Sie es tun. Diese Handgriffe lernen Sie nicht im Ernstfall – ein Erste-Hilfe-Kurs mit Schwerpunkt Kindernotfall ist für jeden Haushalt mit Pool oder Teich die günstigste Sicherheitsmaßnahme überhaupt. Und noch ein Trugschluss, der jedes Jahr Kinder das Leben kostet: Schwimmflügel, Schwimmnudeln, aufblasbare Tiere und Badesitze sind Spielzeug, keine Sicherung. Sie rutschen ab, kippen um und geben Luft ab. Ein Kind mit Schwimmflügeln ist ein Kind, das beaufsichtigt werden muss – kein gesichertes Kind. Wichtig außerdem: Auch ein Kind, das nach einem Wasserunfall wieder wach und ansprechbar wirkt, gehört ärztlich untersucht.

Bei allem, was Sie bauen, verankern und programmieren, bleibt eine Wahrheit unverrückbar: Wer seinen Pool kindersicher machen will, kommt an der Aufsicht nicht vorbei – keine technische Sicherung ersetzt sie. Der Zaun, die Abdeckung, der Alarm – sie kaufen Ihnen Zeit und Sicherheitsmargen, aber sie ersetzen nicht den Erwachsenen, der in Armlänge dabei ist, wenn Kinder im oder am Wasser sind. Beim Baden gilt die einfachste und härteste Regel von allen: einer schaut hin, ohne Handy, ohne Gespräch, ohne Ablenkung. Am besten legen Sie beim Kindergeburtstag ausdrücklich fest, wer die „Wasseraufsicht“ hat – denn die Verantwortung, die alle tragen, trägt am Ende niemand.

Der Schutz, der bleibt, wenn das Fest vorbei ist

Ein letzter, oft vergessener Punkt gehört ebenfalls zur Kindersicherung: die Poolchemie. Lagern Sie Chlortabletten, pH-Senker und andere Mittel abgeschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern – niemals offen im Technikschacht oder in einer Gartenbox, an die ein Kind kommt. Mischen Sie verschiedene Produkte nie miteinander, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann.

Einen Pool kindersicher zu machen ist keine einzelne Anschaffung, sondern ein Zusammenspiel: die vierseitige Umzäunung mit selbstschließendem, kindersicherem Tor als erste und wichtigste Barriere, die tragfähige Sicherheitsabdeckung als zweite Ebene, der Alarm als Rückfallnetz – und über allem die wache, ungeteilte Aufsicht, die keine Technik je ersetzt. Jede dieser Schichten fängt ab, was die andere durchlässt.

Es ist unbequem, den schönen Gartenteich zu vergittern oder das teure Becken hinter einen Zaun zu setzen. Aber die Rechnung ist einfach. Ein gesicherter Pool kostet Sie ein paar hundert bis ein paar tausend Euro und ein Stück Ästhetik. Ein ungesicherter kann Sie in neunzig Sekunden alles kosten. Diese Abwägung stellt sich für niemanden zweimal, der sie einmal wirklich durchdacht hat.

🌿 Häufige Fragen dazu, den Pool kindersicher zu machen

Ab welcher Wassertiefe ist ein Pool oder Teich für ein Kleinkind gefährlich?

Schon wenige Zentimeter genügen. Ein Kind unter drei Jahren kann bereits in flachem Wasser ertrinken, weil es sich mit dem schweren Kopf nach einem Sturz nicht selbst aufrichten kann. Deshalb sind auch Planschbecken, Regentonnen und flache Teichränder ernste Gefahrenquellen, nicht nur der tiefe Pool.


Welche Sicherung schützt Kinder am wirksamsten?

Eine feste, vierseitige Umzäunung, die den Pool vollständig vom übrigen Garten trennt. Sie gilt als die wirksamste Einzelmaßnahme und kann über die Hälfte der Ertrinkungsunfälle bei kleinen Kindern verhindern. Entscheidend ist, dass die Absperrung den Pool isoliert und nicht nur den Garten nach außen abgrenzt.


Reicht eine Poolabdeckung als Sicherung aus?

Nein. Auch eine ausdrücklich tragfähige, fest verankerte Sicherheitsabdeckung ist nur die zweite Ebene hinter der Umzäunung – schon deshalb, weil sie beim Baden offen ist. Gewöhnliche Solar- oder Luftpolsterfolien sind sogar gefährlich: Ein Kind rutscht darunter, während sich die Folie über ihm schließt. Prüfen Sie die Belastbarkeit anhand der Herstellerangaben und bedenken Sie, dass auch unter einer tragfähigen Abdeckung ein Kind schwer zu sehen ist.


Was muss ein kindersicheres Poolzaun-Tor können?

Es muss sich aus jeder Position selbst schließen und selbst verriegeln, auch wenn es nur einen Spalt offen steht. Der Griff sitzt so hoch, dass ein kleines Kind ihn nicht erreicht, und das Tor schlägt sinnvollerweise vom Wasser weg auf. Prüfen Sie die Selbstschließfunktion regelmäßig, denn ein hakendes Tor macht den ganzen Zaun wirkungslos.


Sind Pool-Alarme sinnvoll?

Als zusätzliche Warnschicht ja, als alleinige Sicherung nein. Ein Wasseralarm meldet erst, wenn ein Kind bereits im Becken ist; ein Tür- oder Toralarm warnt immerhin schon beim Öffnen. In beiden Fällen zählt danach jede Sekunde, und Sie müssen sofort dort sein. Er ist ein Rückfallnetz hinter Umzäunung und Abdeckung, ersetzt aber weder die Barriere noch die Aufsicht.


Wie sichere ich einen naturnahen Gartenteich, ohne die Optik zu zerstören?

Ein engmaschiges, tragfähiges Stahlgitter dicht unter der Wasseroberfläche verhindert das Versinken und bleibt weitgehend unsichtbar. Es hat aber Grenzen: Über dem Gitter stehen weiterhin einige Zentimeter Wasser, in denen ein Kleinkind ertrinken kann, und ein Kind kann auf dem Gitter mit dem Fuß in den Zwischenräumen hängenbleiben. Für Kinder unter drei Jahren ist ein Zaun von mindestens einem Meter, besser anderthalb, die sicherere Lösung; das Gitter ist die zweite Wahl und ersetzt die Aufsicht nicht.


Kann ich mich auf die Aufsicht der ganzen Runde beim Gartenfest verlassen?

Gerade dann nicht. Wenn viele Erwachsene anwesend sind, glaubt jeder, ein anderer passe auf – und niemand tut es. Legen Sie ausdrücklich eine Person als Wasseraufsicht fest, die ohne Handy und Ablenkung hinschaut, solange Kinder am Wasser sind.

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