Terrassenbelag im Vergleich: Naturstein, Feinsteinzeug oder Holz – welcher Belag zu Ihnen passt

Stellen Sie sich den Moment vor, in dem die Musterplatten auf dem Küchentisch liegen. Ein Stück Granit, kühl und schwer. Daneben eine Feinsteinzeugfliese in Sandsteinoptik, makellos. Und ein Abschnitt Bangkirai, warm und maserig. Alle drei sehen großartig aus – im Wohnzimmerlicht, trocken, neu. Die ehrliche Frage stellt sich erst später: Wie sieht das Ganze nach dem dritten Winter aus, nach dem ersten heißen August, nach drei Jahren Regen, Laub und Grillfett?

Genau darum geht es bei der Wahl des Terrassenbelags. Nicht um den schönsten ersten Eindruck, sondern um das Material, mit dem Sie über Jahre leben – barfuß, bei Nässe, beim Putzen, im Frost. Der richtige Terrassenbelag ist deshalb kein Geschmacksurteil in der Ausstellung, sondern eine Entscheidung über Pflege, Frost und Sicherheit auf lange Sicht. Naturstein, Feinsteinzeug und Holz spielen in derselben Liga, aber sie spielen nicht dasselbe Spiel. Jedes Material hat eine Stärke, die der Prospekt feiert, und eine Schwäche, die er verschweigt. Beides gehört auf den Tisch, bevor Sie sich festlegen.

Worüber niemand spricht: der Unterbau entscheidet zuerst

Bevor wir über Oberflächen reden, eine unbequeme Wahrheit vorweg. Die schönste Platte nützt Ihnen wenig, wenn das Wasser darunter steht. Was über die Haltbarkeit Ihrer Terrasse entscheidet, sehen Sie später nie – es liegt unter dem Terrassenbelag: ein tragfähiger, frostsicherer Unterbau mit Gefälle und funktionierender Drainage.

Fehlt dieser Unterbau, ist die Materialfrage zweitrangig. Dann hebt der erste harte Winter Ihre Platten an, in den Fugen blühen weiße Ränder aus, einzelne Steine liegen hohl und kippeln unter dem Fuß. Der teuerste Naturstein über einem schlechten Aufbau hält kürzer als ein einfacher Belag über einem guten. Klingt nach Pedanterie? Beim Unterbau einer Terrasse ist es das nicht.

Sicherheitshinweis: Ein Terrassenbelag wird bei Nässe, Laub, Algen oder Frost rutschig – ein Sturz auf hartem Stein geht leicht über eine Prellung hinaus. Achten Sie auf eine ausreichende Rutschhemmung und lesen Sie dabei die richtige Skala. Die bekannten R-Werte von R9 bis R13 stammen aus dem Arbeitsschutz: Sie werden mit genormten Schuhen auf einer mit Motorenöl benetzten Fläche ermittelt – ein Zustand, der auf Ihrer Terrasse nie eintritt. Für den privaten Außenbereich sind sie deshalb eine Orientierung: Der Bundesverband Keramische Fliesen weist darauf hin, dass für private Haushalte grundsätzlich keine konkreten Vorschriften zur rutschhemmenden Gestaltung von Bodenflächen gelten (Stand: August 2026, ohne Gewähr). Als Größenordnung nennt das Arbeitsschutz-Regelwerk für Verkehrswege im Freien die Bewertungsgruppe R11 oder wahlweise R10 mit Verdrängungsraum; im Handel sind Außenplatten häufig als R10 ausgewiesen. Wo Sie barfuß über nasse Flächen gehen, greift dagegen eine eigene Skala mit den Bewertungsgruppen A, B und C, die barfuß und mit einer Netzmittellösung geprüft wird; für den Umgang rund um ein Becken ist dort die Gruppe B vorgesehen, für ins Wasser führende Treppen und Leitern die Gruppe C (Fundstelle: DGUV Information 207-006 und DGUV Regel 108-003; die Prüfnormen wurden Ende 2021 in DIN EN 16165 überführt – Stand: August 2026, ohne Gewähr). Ein R-Wert allein sagt über den Barfußbereich am Pool also wenig aus. Halten Sie die Fläche zusätzlich von Moos und Algen frei. Beachten Sie die Herstellerangaben; ziehen Sie bei Eingriffen in Statik, Elektrik oder Gas einen Fachbetrieb hinzu.

Halten Sie diesen Punkt im Hinterkopf, während wir die Materialien durchgehen. Jeder Terrassenbelag in diesem Vergleich setzt einen ordentlichen Unterbau voraus. Ohne ihn verliert die Materialfrage ihren Sinn.

Feinsteinzeug: das pflegeleichte Material mit der harten Kante

Feinsteinzeug ist der Terrassenbelag für alle, die ihre Terrasse vor allem nutzen und nicht ständig pflegen wollen. Der Werkstoff wird bei hohen Temperaturen so dicht gebrannt und gesintert, dass er kaum Wasser aufnimmt – unter einem halben Prozent. Die Produktnorm EN 14411 führt solche trockengepressten Platten als Gruppe BIa; stranggepresste mit demselben Wert heißen AIa, und beide dürfen Feinsteinzeug heißen (Stand: August 2026, ohne Gewähr). Diese sehr geringe Wasseraufnahme ist die Voraussetzung für Frostbeständigkeit – wo wenig Wasser eindringt, kann auch wenig gefrieren und sprengen. Nachgewiesen wird sie allerdings eigens, in 100 Frost-Tau-Wechseln. Achten Sie deshalb auf die ausgewiesene Frostbeständigkeit der konkreten Platte und rechnen Sie den Unterbau mit ein: Auch die beste Platte hält dem Frost nur über einer fachgerechten Konstruktion stand. Für das DACH-Klima mit seinem ständigen Wechsel aus Frost und Tauwetter ist das ein echtes Argument.

Dazu kommt die Unempfindlichkeit. Rotwein, Grillfett, Sonnencreme, Blütenabdrücke – auf Feinsteinzeug perlt das meiste ab und lässt sich abwischen. Die Farbe bleibt über Jahre stabil, die Platte verzieht sich nicht, sie braucht keine Imprägnierung und keine Versiegelung. Wer schon einmal eine ganze Terrasse jährlich geölt oder nachimprägniert hat, weiß, was diese Wartungsfreiheit wert ist. In der Praxis genügt bei Feinsteinzeug für lange Zeit ein Besen, gelegentlich Wasser und ein milder Reiniger – mehr verlangt die Oberfläche selbst nicht.

Wo also ist der Haken? Feinsteinzeug bleibt über Jahre, wie es ist – maßhaltig, sauber, korrekt. Manchen fehlt darin die Tiefe, die ein gewachsener Stein mitbringt. Eine täuschend echte Steinoptik ist eben eine Optik, kein Stein. Und technisch hat das Material eine empfindliche Stelle: die Kante. Ein schwerer Pflanzkübel, der aus 30 Zentimetern Höhe auf die Plattenkante kippt, kann eine Abplatzung hinterlassen, die sich nicht wegputzen lässt.

Verlegen lässt sich Feinsteinzeug auf mehrere Arten, und die Wahl hat Folgen. Im Splittbett liegen die Platten ungebunden, lassen sich später einzeln aufnehmen und tauschen. Auf Stelzlagern entsteht ein ebener, hinterlüfteter Aufbau, unter dem das Wasser frei abläuft – dafür kommt die Frage der Plattenstärke und der Windsog-Sicherung dazu, gerade auf Balkonen und in exponierter Lage. In Mörtel gebunden wird die Fläche besonders fest, verzeiht aber keine Nacharbeit. Welche Variante passt, hängt vom Untergrund ab – hier führt kein Weg an den Herstellervorgaben vorbei.

Für wen passt das? Wenn Sie einen pflegearmen, frostsicheren und fleckunempfindlichen Terrassenbelag wollen und mit einer sehr gleichmäßigen Optik gut leben, ist Feinsteinzeug eine ruhige, vernünftige Wahl.

Naturstein: der lebendige Belag – aber nicht jede Sorte taugt für draußen

Naturstein lebt. Jede Platte ist anders, das Material nimmt über die Jahre Patina an, und kein Hersteller kann diese Tiefe nachbilden. Wer das Echte will, kommt an Naturstein nicht vorbei. Nur müssen Sie unterscheiden, denn „Naturstein“ ist kein einheitliches Material, sondern ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Gesteine – und die unterscheiden sich draußen dramatisch.

Die entscheidende Trennlinie verläuft zwischen dichten und porösen Sorten. Granit, Gneis und dichter Basalt sind hart und nehmen wenig Wasser auf. Achten Sie hier auf den genauen Handelsnamen: Basaltlava, im Garten- und Landschaftsbau sehr verbreitet, ist offenporig – sie nimmt deutlich mehr Wasser auf und nimmt Flecken schneller an als dichter Basalt. Sie gelten in aller Regel als frostsicher und vertragen einiges. Granit ist zudem in den meisten Fällen säurefest – ein Spritzer Essigreiniger oder saurer Fruchtsaft macht ihm nichts aus. Für eine stark genutzte Terrasse, die auch mal etwas abbekommt, sind diese Hartgesteine die robuste Antwort.

Anders sieht es bei den weicheren, saugfähigeren Steinen aus. Sandstein, Travertin und Marmor nehmen mehr Wasser auf, sind dadurch frostempfindlicher und neigen eher zu Flecken. Travertin kann bei sauberer Verlegung und ablaufendem Wasser durchaus draußen bestehen – steht das Wasser dagegen in den Poren und friert, wird es heikel. Travertin und Marmor sind außerdem kalkhaltig und damit säureempfindlich: Wo Essigreiniger, Zitronensäure oder ein säurehaltiger Spezialreiniger auf die Oberfläche trifft, kann er sie stumpf ätzen und matte Flecken hinterlassen. Das ist kein Verschleiß, der sich wegpolieren lässt – das bleibt.

Für diese saugenden Sorten ist eine Imprägnierung sinnvoll. Sie zieht in die Oberfläche ein und legt sich als hauchdünner, wasserabweisender Film auf die Porenwände – die Poren bleiben dabei offen, der Stein kann weiter austrocknen. Was Sie gewinnen, ist Zeit, bevor Rotwein oder Öl eindringen. Ein Wundermittel ist sie nicht: Sie nutzt sich ab und gehört regelmäßig erneuert – meist alle paar Jahre, je nach Belastung und Standort. Wer einen kalkhaltigen Stein wählt, übernimmt diese Pflege bewusst – oder nimmt die Patina als Teil des Charakters in Kauf.

Aus meiner Sicht ist Naturstein das Material für Menschen, die das Lebendige schätzen und die kleine Unregelmäßigkeit nicht als Mangel sehen. Wer dagegen makellose Gleichmäßigkeit und Pflegefreiheit erwartet, wird mit dem falschen Stein nicht glücklich. Die Frage ist nicht, ob Naturstein gut ist, sondern welche Sorte zu Ihrem Standort, Ihrer Nutzung und Ihrer Geduld passt.

Holz: die warme Wahl mit ehrlichem Pflegeaufwand

Kein Terrassenbelag fühlt sich unter dem nackten Fuß so an wie Holz. Es ist warm, es lebt, es altert sichtbar – und genau diese Lebendigkeit ist der Grund, warum viele trotz höheren Pflegeaufwands dabei bleiben. Aber auch hier gilt: Holz ist nicht gleich Holz.

Bei den Terrassendielen entscheidet die Dauerhaftigkeit, die in der Norm EN 350 in Dauerhaftigkeitsklassen gefasst ist – eine grobe Orientierung dafür, wie lange ein Holz der Bewitterung standhält. Robinie, in Europa seit Jahrhunderten angebaut, zählt zu den dauerhaftesten hier gewachsenen Hölzern überhaupt und ist eine ernstzunehmende Alternative zum Tropenholz; unter den Tropenhölzern gilt Bangkirai als dauerhaft. Vorsicht bei Garapa: Das Holz wird oft in einem Atemzug mit Bangkirai genannt, die Angaben zur Dauerhaftigkeit gehen aber je nach Quelle und Charge deutlich auseinander. Lassen Sie sich die Dauerhaftigkeitsklasse hier vom Händler schriftlich geben, statt sich auf den Prospekt zu verlassen. Heimische Weichhölzer wie unbehandelte Fichte oder einfache Kiefer halten im direkten Bewitterungseinsatz dagegen deutlich kürzer. Wenn Sie Tropenholz wählen, lohnt der Blick auf eine glaubwürdige Herkunfts- und Nachhaltigkeitszertifizierung – das ist kein Etikett für den Prospekt, sondern eine Frage der Verantwortung.

Eine Eigenschaft sollten Sie von vornherein einkalkulieren: Holz vergraut. Unbehandelt verliert fast jede Sorte ihren warmen Ton und zieht sich zu einem ruhigen Silbergrau zurück. Das ist kein Schaden, sondern Optik. Wer das honigfarbene oder rötliche Original behalten will, ölt regelmäßig – oft ein- bis zweimal pro Saison, je nach Holz und Sonne. Das ist eine dauerhafte Verpflichtung, kein einmaliger Akt. Wer es lässt, verliert nichts an Substanz, nur an Farbe. Den Rest erledigt das Wetter.

Zwei Punkte gehören ehrlich dazu. Erstens die Splitterbildung: Jeder bewitterte Holzbelag kann Fasern hochstellen, auch hochwertige Laubhölzer wie Robinie – besonders ausgeprägt fällt das nach einem schneereichen Winter aus, und es ist kein Zeichen minderer Qualität. Auf einer Terrasse, die barfuß und von Kindern genutzt wird, gehören solche Faserbündel trotzdem regelmäßig abgekehrt.

Zweitens die Rutschigkeit bei Nässe: Glatt gehobelte Dielen werden bei Regen, Tau und vor allem bei Algenbelag schlüpfrig. Von geriffelten Dielen sollten Sie sich dabei allerdings nichts versprechen – das ist einer der hartnäckigsten Irrtümer beim Terrassenbelag. Laufen die Rillen wie üblich längs zur Gehrichtung, wirken sie eher wie eine Schiene und halten das Wasser sogar länger auf der Fläche; Untersuchungen der Holzforschung kommen zu dem Schluss, dass nicht geriffelte Oberflächen die bessere Rutschhemmung aufweisen. Wirklich etwas bringen nur Profile quer zur Gehrichtung und mechanische Rutschhemmer an den heiklen Stellen, etwa an einer Stufenkante – und vor allem die Reinigung: eine vermooste Holzterrasse im Herbstschatten ist eine Rutschbahn. Reinigen Sie das Holz mit klarem Wasser und weicher Bürste; vom Hochdruckreiniger lassen Sie besser die Finger, er hobelt die weichen Frühholzschichten aus der Oberfläche und hinterlässt ein raues Ergebnis.

Und schließlich der konstruktive Holzschutz, der über die Lebensdauer mehr entscheidet als jede Lasur. Holz, das dauerhaft im Wasser oder im direkten Bodenkontakt steht, verrottet – egal wie hochwertig. Eine durchlüftete Unterkonstruktion, Abstand zum Boden und ein freier Wasserablauf sind wichtiger als die teuerste Pflegeflasche. Den fauligen Geruch unter einer Diele, die monatelang nicht abtrocknen konnte, nehmen Sie besser ernst.

WPC: die pflegeleichte Alternative – mit zwei Tücken in der Sonne

WPC, der Holz-Kunststoff-Verbund, verspricht als Terrassenbelag das Beste aus zwei Welten: die Holzanmutung ohne den Pflegeaufwand des Vollholzes. In Teilen löst das Material dieses Versprechen ein. Es splittert kaum, es muss nicht gestrichen oder geölt werden, es bleibt formstabiler als manches Vollholz. Für viele ist das ein überzeugendes Argument.

Zwei physikalische Eigenschaften sollten Sie aber kennen, bevor Sie sich entscheiden. Die erste ist die Hitzeentwicklung: WPC heizt sich in der prallen Sonne stärker auf als die meisten Naturmaterialien und kann so heiß werden, dass Barfußlaufen unangenehm bis riskant wird – gerade auf dunklen Profilen ohne Schatten. Dunkle Dielen erwärmen sich dabei deutlich stärker als helle. Die zweite ist die thermische Längenausdehnung: WPC dehnt sich bei Wärme spürbar und braucht deshalb korrekt bemessene Dehnungsfugen und definierte Rand- und Auflager-Abstände. Werden diese Fugen beim Verlegen zu knapp gewählt – etwa bündig zwischen zwei Mauern -, kann sich der Belag in der Sommerhitze wölben oder verwerfen.

Beide Punkte sind kein grundsätzliches Argument gegen WPC – sie sind ein Argument für sorgfältige Verlegung exakt nach Herstellervorgabe. Wer hier die Fugenmaße, die empfohlenen Clips und den Unterbau ernst nimmt, bekommt einen pflegearmen Belag. Wer schludert, bekommt im zweiten Sommer ein Wellenmuster.

Und der Zeitpunkt zählt, nur anders, als Sie vermuten würden: Verlegt wird an einem trockenen Tag bei gemäßigter Temperatur, nicht in der prallen Mittagssonne – die Anleitungen nennen typischerweise einen Korridor zwischen etwa 5 und 30 Grad. Lassen Sie die Dielen vorher ausgebreitet auf dieselbe Temperatur kommen. Das Material „setzt“ sich dabei nicht auf ein Sommerniveau; was Sie einstellen, ist das Fugenmaß. Warm verlegt heißt engere Fugen, kühl verlegt heißt breitere – die genauen Maße stehen in der Verlegeanleitung Ihres Profils und unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller deutlich. Ob die Verbunddiele überhaupt die richtige Antwort auf die Holzfrage ist, haben wir an anderer Stelle Punkt für Punkt gegeneinandergestellt.

Heiß, kalt, barfuß: was der Belag mit Ihren Füßen macht

Ein Punkt, der in der Ausstellung nie zur Sprache kommt: Wie fühlt sich Ihr Terrassenbelag an einem heißen Augustnachmittag an? Zwei Dinge entscheiden das, und beide werden regelmäßig verwechselt. Erstens die Helligkeit: Helle Oberflächen werfen einen größeren Teil der Sonnenstrahlung zurück und bleiben deshalb kühler – dunkles Feinsteinzeug, dunkler Stein und dunkles WPC heizen sich merklich stärker auf. Zweitens die Wärmeleitung: Holz leitet Wärme viel schlechter als Stein oder Keramik und gibt sie deshalb nur langsam an Ihre Fußsohle ab. Es fühlt sich selbst dann noch erträglich an, wenn die Oberfläche längst warm ist, während Stein bei derselben Temperatur sofort heiß wirkt.

Stein hat dafür viel Masse: Er nimmt die Wärme auf, statt sie an der Oberfläche zu stauen, und gibt sie am Abend langsam wieder ab. Im Frühjahr heißt das, dass eine Steinfläche morgens lange kühl bleibt. Wenn Ihre Terrasse den ganzen Tag in der prallen Südsonne liegt und barfuß genutzt wird, ist das kein Nebenaspekt, sondern ein echtes Auswahlkriterium – gerade mit Kindern, die selten in Schuhen über die Fläche laufen. Wie groß der Unterschied zwischen hell und dunkel ausfällt und mit welchem einfachen Test Sie das vor dem Kauf selbst prüfen, steht ausführlich in unserem Artikel zur heißen Terrasse im Sommer.

So finden Sie heraus, welcher Terrassenbelag zu Ihnen passt

Setzen Sie sich vor der Entscheidung für einen Terrassenbelag mit drei ehrlichen Fragen an Ihren eigenen Tisch. Sie führen schneller zur richtigen Wahl als jede Ausstellung.

Wie viel Pflege wollen Sie leisten? Wenn die ehrliche Antwort „so wenig wie möglich“ lautet, landen Sie bei Feinsteinzeug oder einem dichten Hartgestein wie Granit. Wer das jährliche Ölen einer Holzterrasse eher als Ritual denn als Last empfindet, ist beim Holz richtig. WPC liegt dazwischen: pflegearm, aber verlegeempfindlich.

Wie nutzen Sie die Fläche? Eine Terrasse mit Grill, Esstisch und spielenden Kindern bekommt Flecken, Hitze und Belastung ab – hier zahlt sich Robustheit aus. Eine ruhige Loungeecke im Schatten verzeiht ein empfindlicheres, charaktervolleres Material eher.

Welcher Charakter passt zu Ihrem Haus? Ein lebendiger Naturstein oder eine vergrauende Holzterrasse erzählen eine andere Geschichte als die makellose Gleichmäßigkeit von Feinsteinzeug. Keine dieser Geschichten ist die bessere – aber eine passt besser zu Ihnen. Erst aus diesen drei Antworten ergibt sich, welcher Terrassenbelag wirklich zu Ihrem Alltag gehört.

Und über allem steht der Unterbau. Sparen Sie nicht dort, wo Sie es später nicht sehen. Welches der vier Materialien Sie auch wählen, der Terrassenbelag hält nur so lange, wie der Aufbau darunter trägt.

Ein Belag, mit dem Sie leben, nicht nur einer, den Sie kaufen

Am Ende ist die Wahl des Terrassenbelags weniger eine technische als eine persönliche Entscheidung. Kein Terrassenbelag ist objektiv der beste – es gibt nur den, der zu Ihrem Standort, Ihrer Nutzung und Ihrem Pflegewillen passt. Die Materialien geben Ihnen den Rahmen vor – die sehr geringe Wasseraufnahme des Feinsteinzeugs, die Lebendigkeit und Sorten-Vielfalt des Natursteins, die Wärme des Holzes mit seiner ehrlichen Pflegerechnung, die Pflegearmut des WPC mit seinen zwei Tücken in der Sonne. Welcher davon der richtige ist, hängt nicht vom Preis ab und schon gar nicht von der schönsten Musterplatte im Trockenen.

Stellen Sie sich noch einmal den dritten Winter vor. Den ersten Kaffee auf der Terrasse, wenn der Reif schmilzt. Den Belag, der das alles mitgemacht hat, ohne dass Sie ihn verflucht haben. Das ist der Maßstab. Wählen Sie das Material, das zu Ihrem Leben passt – dann passt auch die Terrasse.

🌿 Häufige Fragen zum Terrassenbelag

Welcher Terrassenbelag ist am pflegeleichtesten?

Am wenigsten Pflege verlangt Feinsteinzeug: Es nimmt kaum Wasser auf, ist frostsicher, fleckunempfindlich und braucht weder Imprägnierung noch Versiegelung. Auch dichte Natursteine wie Granit sind robust und meist säurefest. Holz ist am pflegeintensivsten, WPC liegt dazwischen.


Ist Feinsteinzeug wirklich frostsicher?

Ja, sofern die Platte dafür ausgewiesen ist. Feinsteinzeug wird sehr dicht gebrannt und nimmt weniger als ein halbes Prozent Wasser auf – die Voraussetzung dafür, dass kaum etwas gefrieren und das Material sprengen kann. Nachgewiesen wird die Frostbeständigkeit aber eigens in 100 Frost-Tau-Wechseln. Achten Sie deshalb auf die ausgewiesene Frostbeständigkeit und auf eine fachgerechte Verlegung: Auch die beste Platte hält nur über einem sauberen Unterbau.


Welcher Naturstein eignet sich für die Terrasse im Freien?

Dichte Hartgesteine wie Granit, Gneis und dichter Basalt sind frostsicher und robust, Granit zusätzlich meist säurefest. Die offenporige Basaltlava gehört nicht dazu: Sie nimmt mehr Wasser und mehr Schmutz auf. Saugfähigere Sorten wie Sandstein sowie die kalkhaltigen Travertin und Marmor sind frost- und fleckempfindlicher; Travertin und Marmor sind zusätzlich säureempfindlich und sollten draußen imprägniert, mit ablaufendem Wasser verlegt und vor sauren Reinigern geschützt werden.


Muss ich eine Holzterrasse ölen?

Müssen nicht. Unbehandeltes Holz vergraut von selbst zu einem ruhigen Silbergrau, ohne an Substanz zu verlieren – das ist Optik, kein Schaden. Ölen Sie nur, wenn Sie den warmen Originalton behalten wollen; dann ist es eine wiederkehrende Aufgabe pro Saison. Wichtiger für die Haltbarkeit sind Wasserablauf und Hinterlüftung.


Wird WPC in der Sonne wirklich so heiß?

WPC heizt sich in der prallen Sonne stärker auf als die meisten Naturmaterialien und kann so heiß werden, dass Barfußlaufen unangenehm wird, besonders bei dunklen Profilen. Außerdem dehnt es sich bei Wärme aus und braucht korrekt bemessene Dehnungsfugen, sonst kann sich der Belag wölben. Verlegen Sie exakt nach Herstellerangabe.


Wie rutschig ist welcher Terrassenbelag bei Nässe?

Jeder Belag wird bei Nässe, Tau und vor allem bei Algen- oder Moosbelag rutschiger. Achten Sie auf die passende Skala: Die R-Werte von R9 bis R13 stammen aus dem Arbeitsschutz, gelten für begangene Flächen und werden mit Schuhen auf öliger Fläche geprüft – für Verkehrswege im Freien nennt das Regelwerk R11 oder wahlweise R10 mit Verdrängungsraum – für Ihre Terrasse ist beides eine Orientierung, keine Vorgabe. Für nasse Barfußbereiche gibt es dagegen die Bewertungsgruppen A, B und C; rund um ein Becken ist Gruppe B vorgesehen, für Treppen ins Wasser Gruppe C. Bei Holzdielen bringt eine Riffelung längs zur Gehrichtung übrigens keinen Gewinn – sie hält das Wasser eher länger auf der Fläche; wirksam sind Profile quer zur Gehrichtung und vor allem die regelmäßige Reinigung.


Worauf kommt es bei der Terrasse am meisten an – Belag oder Unterbau?

Auf den Unterbau. Ein tragfähiger, frostsicherer Aufbau mit Gefälle und Drainage entscheidet über die Haltbarkeit mehr als die Oberfläche. Der schönste Belag liegt nach wenigen Jahren hohl oder bricht auf, wenn das Wasser darunter steht. Beachten Sie die Herstellerangaben und ziehen Sie bei Statik einen Fachbetrieb hinzu.

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