Solarleuchten Garten oder Niedervolt: was wirklich taugt und was nur leuchtet

Sie kennen diese Szene. Im Juli, bei der Gartenparty, stehen die kleinen Solarstäbe entlang des Weges und geben ein mattes, blaustichiges Glimmen von sich – gerade hell genug, dass niemand darüber stolpert. Im November? Da geht keiner mehr an. Genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister, wenn es um Solarleuchten im Garten geht: Sie sind kabellos, günstig, in zehn Minuten gesteckt – und liefern oft genau das, was sie kosten. Der ehrliche Vergleich zwischen Solarleuchten Garten und einem fest verlegten 12-Volt-Niedervolt-System fällt deshalb nüchterner aus, als die Verpackung im Baumarkt verspricht.

Ich habe beide Welten im eigenen Garten stehen. Und ich sage Ihnen gleich: Beide haben ihre Berechtigung. Nur eben nicht überall.

Warum die billige Solarleuchte im November aufgibt

Fangen wir bei der ehrlichsten Schwäche an. Eine Solarleuchte ist ein geschlossenes System aus vier Bauteilen: ein kleines Solarpanel, ein Akku, eine LED und eine simple Steuerung mit Dämmerungssensor. Tagsüber lädt das Panel den Akku, abends leuchtet die LED, bis der Akku leer ist. Klingt elegant. Das Problem steckt in der Physik.

Im Dezember steht die Sonne im DACH-Raum flach, der Himmel ist oft grau, und die Tageslichtdauer schrumpft je nach Breitengrad auf gut sieben bis knapp achteinhalb Stunden – an der Nordseeküste auf rund sieben Stunden, im Alpenraum auf knapp achteinhalb. Ein Panel, das im Juni acht Stunden pralles Licht bekommt, sieht im Dezember vielleicht eine Stunde diffuses Grau. Der Akku wird nicht mehr voll. Und selbst wenn er es würde: Ein Akku verliert bei Kälte einen erheblichen Teil seiner nutzbaren Kapazität. Bei Lithiumzellen kommt hinzu, dass die Hersteller das Laden unterhalb von null Grad ausschließen: Unter dem Gefrierpunkt lagert sich metallisches Lithium an der Anode ab und schädigt die Zelle dauerhaft. Eine Solarleuchte, die im Frost draußen bleibt, tut aber genau das – sobald Licht auf das Panel fällt, lädt sie, und einfache Modelle schalten dabei nicht temperaturabhängig ab. Genau deshalb kommt eine Solarleuchte oft nicht nur schlechter durch den Winter, sondern auch schwächer aus ihm heraus. Das Ergebnis ist die Leuchte, die um 17 Uhr kurz aufflackert und um 17:20 Uhr wieder dunkel ist.

Dazu kommt die Alterung. Die Akkus in den meisten preiswerten Solarleuchten sind einfache Zellen mit begrenzter Ladezyklenzahl. Nach ein, zwei Saisons hält der Akku die Ladung schlechter – die Leuchtdauer sinkt spürbar, oft von anfangs mehreren Stunden auf nur noch eine knappe Stunde. Bei vielen Modellen ist der Akku fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Dann landet die ganze Leuchte im Müll, was weder ökologisch noch, auf Dauer, ökonomisch überzeugt. In den Restmüll gehört sie dabei nicht. Einen entnehmbaren Akku trennen Sie vorher ab und geben ihn in die Sammelbox im Handel – bei Lithiumzellen kleben Sie die Pole ab, das verhindert Kurzschlüsse und Brände in der Sammlung. Die Leuchte selbst ist ein Elektroaltgerät: Am kommunalen Wertstoffhof geben Sie sie kostenlos ab. Größere Elektro- und Lebensmittelhändler nehmen Altgeräte, die in keiner Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, ebenfalls gebührenfrei zurück – ohne Neukauf und bis zu drei Stück je Geräteart. Ist die Leuchte samt Erdspieß länger, greift die Rücknahme im Handel nur beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts.

Was „winterfest“ auf der Verpackung wirklich bedeutet

Kaum ein Begriff wird im Handel so großzügig verwendet. „Winterfest“ heißt bei den meisten Solarleuchten: Das Gehäuse übersteht Frost und Nässe, ohne zu platzen. Es heißt nicht, dass die Leuchte im Winter leuchtet. Das sind zwei völlig verschiedene Versprechen, und sie werden ständig verwechselt.

Praktisch heißt das: Eine Leuchte mit ausgewiesener Schutzart und frostfestem Gehäuse darf draußen bleiben – dunkel, aber unbeschädigt. Wollen Sie dagegen den Akku schonen, holen Sie die Leuchten im Spätherbst herein, schalten sie am Geräteschalter aus und lagern sie kühl und trocken. Bei Modellen mit entnehmbarem Akku nehmen Sie ihn heraus und lagern ihn getrennt; welchen Ladezustand der Hersteller dafür vorsieht, steht in der Anleitung und ist bei Lithium- und Nickel-Metallhydrid-Zellen nicht derselbe. Beachten Sie die Herstellerangaben – das ist hier keine Floskel, sondern der Unterschied zwischen drei Saisons und einer.

Wo der Standort über alles entscheidet

Und der Standort? Entscheidend, und meistens unterschätzt. Eine Solarleuchte unter der Blutbuche, im Schlagschatten der Garage oder an der Nordseite des Hauses bekommt nie genug Licht. Sie können die beste Solarleuchte kaufen – steht sie im Schatten, bleibt sie dunkel. Das ist keine Frage der Qualität, sondern der Ausrichtung.

Was Niedervolt anders macht – und was es kostet

Ein 12-Volt-Niedervolt-System dreht das Prinzip um. Statt jede Leuchte mit einem eigenen Mini-Kraftwerk auszustatten, zieht ein zentraler Trafo den Strom aus der Steckdose, wandelt die 230 Volt auf ungefährliche 12 Volt herunter und schickt sie über ein Kabel zu den Leuchten. Entscheidend ist dabei, welche Stromquelle es ist: Berührungssichere Schutzkleinspannung entsteht nur, wenn Netz- und Kleinspannungsseite sicher voneinander getrennt sind – klassisch durch einen Sicherheitstransformator, heute meist durch ein elektronisches Netzteil, das dieselbe sichere Trennung leistet und entsprechend gekennzeichnet ist. Ein beliebiges Netzteil, das zufällig 12 Volt liefert, erfüllt das nicht – prüfen Sie diesen Punkt vor dem Kauf, die Herstellerangaben nennen ihn. Die Helligkeit ist konstant – im Juni wie im Dezember, um 18 Uhr wie um Mitternacht. Kein Akku, der altert. Kein Panel, das im Schatten verhungert.

Der Preis dafür heißt Verkabelung. Sie brauchen einen Trafo, Sie brauchen Kabel, und Sie müssen diese Kabel verlegen – unter der Grasnarbe, entlang der Beetkante, hinter dem Sichtschutz. Das ist mehr Aufwand als das Stecken einer Solarleuchte, keine Frage. Aber es ist ein Aufwand, den Sie einmal haben.

Der Charme des Niedervolt-Systems liegt in der Erweiterbarkeit. Sie beginnen mit vier Wegeleuchten, und im nächsten Frühjahr hängen Sie zwei Spots an die Hauswand, die den alten Apfelbaum von unten anstrahlen. Solange der Trafo die zusätzliche Last verkraftet, klemmen Sie einfach weitere Leuchten dazu. Ein durchdachtes System wächst mit Ihrem Garten.

Und die Wertigkeit ist eine andere. Niedervolt-Leuchten aus Messing, Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium sind gebaut, um zehn, fünfzehn Jahre draußen zu stehen. Messing setzt mit der Zeit eine warme Patina an, die viele Menschen schöner finden als den Neuzustand. Das ist eine ganz andere Liga als der ABS-Kunststoffstab, der nach zwei Wintern spröde wird und vergilbt.

Berührungssicher, aber nicht sorglos: die 12-Volt-Frage

Ein wichtiger Punkt, den ich aus meiner Sicht zu selten klar gesagt sehe: Die 12 Volt selbst sind für den Menschen ungefährlich. Schutzkleinspannung, so nennt sich das im Fachjargon, ist berührungssicher. Sie können ein 12-Volt-Kabel im Betrieb anfassen, ohne einen Schlag zu bekommen. Das ist der Grund, warum Niedervolt-Systeme als laienfreundlich gelten – das Verlegen der Niedervolt-Kabel und das Anklemmen der Leuchten dürfen Sie selbst übernehmen.

Aber – und dieser Einschub ist der wichtige – das gilt nur für die Kleinspannungsseite. Der Trafo hängt an 230 Volt. Und alles, was mit diesen 230 Volt zu tun hat, ist eine andere Welt. Wenn Sie den Trafo dauerhaft im Garten fest installieren wollen, wenn eine Außensteckdose gesetzt oder ein Stromkreis nach draußen geführt werden soll, dann verlässt das den Bereich, in dem Sie als Laie arbeiten dürfen.

Sicherheitshinweis: Strom und Wasser sind im Garten eine lebensgefährliche Kombination. Ein defektes Netzteil oder eine feuchte 230-Volt-Verbindung ohne Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) kann einen tödlichen Stromschlag auslösen – besonders in der Nähe von Teich, Pool oder nassem Boden. Sichern Sie jeden Außenstromkreis über einen FI-/RCD-Schutzschalter mit höchstens 30 mA, wählen Sie Trafo und Leuchten in passender IP-Schutzart, und lassen Sie jede Festinstallation im Freien ausschließlich von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb ausführen.

Die IP-Schutzart ist hier kein technisches Kleingedrucktes – aber sie beantwortet nur zwei Fragen: wie gut ein Gehäuse Fremdkörper und Berührung fernhält und wie gut es Wasser abhält. Ein Trafo, der im Freien steht, braucht deshalb ein wetterfestes Gehäuse, und eine Leuchte am offenen Weg mehr als eine unter der überdachten Terrasse; die Herstellerangaben nennen die passende IP-Klasse. Am Wasser selbst reicht die IP-Zahl allerdings nicht. Für Schwimmbecken, Schwimmteiche, begehbare Wasserbecken und Springbrunnen gelten eigene Regeln, die nach Abstand zum Wasser gestuft sind – und für einen Zierteich mit Pumpe und Licht gelten sie sinngemäß – je näher am und im Wasser, desto strenger, bis hin zu einer eng begrenzten Kleinspannung, einer Stromquelle außerhalb des Wasserbereichs und einem zusätzlichen Potentialausgleich. Das ist der Punkt, an dem ich Ihnen ausdrücklich vom Selbermachen abrate: Beleuchtung am und im Wasser lassen Sie von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb auslegen und ausführen. Beachten Sie die Herstellerangaben; ziehen Sie bei Eingriffen in Statik, Elektrik oder Gas einen Fachbetrieb hinzu.

Bei der Solarleuchte stellt sich diese Frage übrigens gar nicht – sie hat mit dem 230-Volt-Netz nichts zu tun. Das ist, neben dem fehlenden Verlegeaufwand, ihr echter, unbestreitbarer Vorteil.

Wo Solar wirklich glänzt

Jetzt könnte der Eindruck entstehen, ich würde Solarleuchten grundsätzlich abwerten. Das wäre unfair und falsch. Es gibt Situationen, in denen die Solarleuchte nicht die Notlösung ist, sondern die klügere Wahl.

Der offensichtlichste Fall: dort, wo kein Strom liegt und keiner hinkommt. Das hintere Ende des Grundstücks, die Gartenlaube am Zaun, der Weg zum Kompost – überall, wo ein Kabel zu verlegen unverhältnismäßig wäre, spielt Solar seine Stärke aus. Kein Graben, keine Verkabelung, kein Fachbetrieb.

Der zweite Fall ist die volle Südlage mit freiem Himmel. Eine hochwertige Solarleuchte – und die gibt es, mit größerem Panel, wechselbarem Lithium-Akku und separatem Solarmodul, das Sie in die Sonne stellen, während die Leuchte im Schatten hängt – kann in den Sommermonaten eine erstaunlich verlässliche Figur machen. In der Praxis liegt der Unterschied zwischen der Wegwerf-Leuchte und dem durchdachten Modell mit auslagerbarem Panel oft bei Faktoren, nicht bei Prozenten.

Der dritte Fall ist das Provisorium. Sie ziehen um, Sie mieten, Sie wollen sich nicht festlegen. Solarleuchten sind gesteckt, nicht verlegt – und ziehen mit um. Für einen bewusst temporären Zustand ist das genau richtig.

Was Solar dagegen nie zuverlässig leistet: die durchgehende, helle, gleichmäßige Ausleuchtung eines repräsentativen Vorgartens oder einer viel genutzten Terrasse über das ganze Jahr. Wer das erwartet, wird mit der Solarvariante nicht glücklich. Nicht, weil die Technik schlecht wäre – sondern weil die Sonne im DACH-Winter schlicht nicht liefert.

Wie ein Niedervolt-System in der Praxis verlegt wird

Der Aufwand, vor dem viele zurückschrecken, ist in der Praxis überschaubar – vorausgesetzt, die 230-Volt-Seite steht fachgerecht. Wenn eine abgesicherte Außensteckdose vorhanden ist, an die der Trafo darf, beginnt der einfache Teil.

Das Niedervolt-Kabel legen Sie meist gar nicht tief in die Erde, sondern flach in eine Rille unter der Grasnarbe oder entlang der Beetkante – eine Handbreit genügt in der Regel, damit der Rasenmäher es nicht erwischt. Verwenden Sie dabei ausschließlich das für die Erdverlegung vorgesehene Kabel des Systems; ein Innenraumkabel hat draußen nichts zu suchen. Gegen den Spaten schützt diese Tiefe allerdings nicht. Fotografieren Sie den Verlauf deshalb vor dem Zuschütten, oder legen Sie das Kabel bewusst entlang fester Kanten – Wegrand, Beeteinfassung, Mauerfuß -, damit Sie in fünf Jahren noch wissen, wo Sie nicht graben dürfen. Wo das Kabel einen Weg, eine Zufahrt oder eine befahrene Fläche quert, ziehen Sie es durch ein Leerrohr – dort schützt keine Verlegetiefe, sondern nur ein Rohr. Die meisten Systeme arbeiten mit Steckverbindern oder mit einer Klemmtechnik, die das Kabel ansticht – kein Löten, kein Abisolieren. Das ist bewusst so gebaut, damit Sie es selbst schaffen.

Ein Denkfehler, den ich immer wieder sehe: Menschen unterschätzen den Spannungsabfall auf langen Kabelwegen. Je weiter die letzte Leuchte vom Trafo entfernt ist, desto weniger Spannung kommt an – die hinterste Leuchte glimmt dann dunkler als die erste. Bei langen Strecken hilft ein größerer Kabelquerschnitt oder eine Einspeisung von beiden Enden. Die Herstellerangaben nennen die maximale Länge pro Strang; das ist keine Empfehlung, sondern eine Rechengröße, an die Sie sich halten sollten.

Der Querschnitt ist dabei nicht nur eine Frage der Helligkeit. Schutzkleinspannung schützt Sie vor dem Stromschlag – sie ersetzt keinen Schutz gegen Überlast und Kurzschluss. Weil bei 12 Volt für dieselbe Leistung ein Vielfaches an Strom fließt, kann ein zu dünnes Kabel, eine gequetschte Leitung oder eine schlecht sitzende Klemmstelle warm werden, und zwar mitten im trockenen Laub. Halten Sie sich deshalb an den vom Hersteller vorgesehenen Querschnitt und an die zulässige Zahl Leuchten pro Strang, und wählen Sie einen Trafo mit Kurzschluss- und Überlastschutz.

Planen Sie außerdem die Leistung des Trafos mit Reserve. Wenn die angeschlossenen Leuchten den Trafo bis an sein Limit auslasten, haben Sie keinen Spielraum, später etwas dazuzuhängen – und genau das werden Sie wollen. Ein Trafo, der nur zu zwei Dritteln belegt ist, lässt Ihnen Luft für die Erweiterung im nächsten Jahr.

Smarte Steuerung: sinnvoll oder Spielerei?

Beide Systeme lassen sich heute smart steuern – aber der Nutzen ist ungleich verteilt. Bei der einfachen Solarleuchte übernimmt ohnehin der Dämmerungssensor: an bei Dunkelheit, aus bei Tageslicht, fertig. Mehr Steuerung braucht ein dekorativer Lichtpunkt selten.

Beim Niedervolt-System wird es interessanter. Ein schaltbarer oder dimmbarer Trafo, per App oder Zeitschaltuhr gesteuert, erlaubt Lichtszenen: gedämpftes Licht am späten Abend, volle Helligkeit, wenn Besuch kommt, automatisches Abschalten um Mitternacht. Wer den Garten regelmäßig nutzt, spürt den Unterschied – wer die Beleuchtung ohnehin nur einmal einstellt, kann sich das Geld sparen.

Aus meiner Sicht gilt hier: Die Steuerung ist die Kür, nicht die Pflicht. Ein sauberes, konstantes Lichtbild aus guten Leuchten schlägt jede App, die eine mittelmäßige Anlage bunt blinken lässt. Investieren Sie zuerst in Leuchten und Verkabelung, dann in die Steuerung – nicht umgekehrt.

Solarleuchten Garten: Helligkeit, Lumen und Lichtfarbe ehrlich betrachtet

Ein Wort zur Helligkeit, weil hier viel Verwirrung herrscht. Wie viel Licht eine Leuchte abgibt, steht in Lumen, nicht in Watt – Watt sagt nur etwas über den Verbrauch. Wie hell es auf dem Weg tatsächlich wird, ist damit aber noch nicht beantwortet: Das hängt zusätzlich davon ab, wie eng die Leuchte abstrahlt und aus welcher Höhe. Ein gerichteter Spot mit wenigen Lumen kann eine Stufe besser sichtbar machen als eine rundum streuende Kugel mit dem Doppelten. Eine typische Solar-Wegeleuchte liefert oft nur eine Handvoll Lumen – genug für einen dekorativen Lichtpunkt, zu wenig, um einen Weg wirklich auszuleuchten.

Der eigentliche Unterschied ist aber nicht die Zahl, sondern ihre Beständigkeit. Der Niedervolt-Spot liefert am zweihundertsten Abend dasselbe Licht wie am ersten. Die Solarleuchte liefert das, was der Tag hergegeben hat – und das schwankt zwischen Juni und Dezember, zwischen Sonne und Hochnebel, zwischen neuem und zwei Jahre altem Akku. Wer ein Lichtbild plant, plant mit einer festen Größe, nicht mit einer Wettervorhersage. Welche Lichtfarbe Sie wählen und wie hell eine Wegeleuchte sein darf, ohne zu blenden, ist eine eigene Frage – und eine, die unabhängig von der Technikentscheidung beantwortet wird.

Bei Solarleuchten kommt eine Tücke dazu: Die angegebene Leuchtdauer gilt für den voll geladenen Akku im Neuzustand bei optimaler Sonne. Real, nach einem grauen Tag und zwei Jahren Alterung, bleibt oft nur ein Bruchteil. Das ist keine Täuschungsabsicht, sondern die Differenz zwischen Laborwert und Gartenwirklichkeit. Rechnen Sie mit Abschlägen.

Die Kaufberatung nach Anspruch

Kommen wir zur eigentlichen Frage: Was passt zu Ihnen? Ich sortiere das nach Anspruch, nicht nach Budget – denn ein hoher Anspruch an Verlässlichkeit kostet in der Niedervolt-Welt oft weniger, als drei Generationen weggeworfener Solarstäbe zusammen kosten.

Wenn Sie Akzente setzen wollen, dekorativ, an schwer erreichbaren Stellen, in voller Sonne, und wenn ein gelegentlicher dunkler Abend Sie nicht stört: Nehmen Sie Solar. Aber kaufen Sie nicht das Billigste. Achten Sie auf einen wechselbaren Akku, ein separat platzierbares Panel und ein Gehäuse aus Metall oder wenigstens UV-stabilem Kunststoff. Das kostet mehr als der Viererpack für ein paar Euro – hält aber ein Vielfaches länger.

Wenn Sie eine Anlage dauerhaft, verlässlich und mit gestalterischem Anspruch beleuchten wollen – den Zugang, die Terrasse, eine Baumgruppe, eine Sichtschutzwand: Dann führt aus meiner Sicht kein Weg an einem 12-Volt-Niedervolt-System vorbei. Die höhere Anfangsinvestition und der Verlegeaufwand zahlen sich in konstanter Helligkeit, langer Lebensdauer und der Möglichkeit, das System jederzeit zu erweitern, wieder aus.

Und für viele Gärten ist die ehrlichste Antwort: beides. Das Niedervolt-System dort, wo es täglich zählt und Strom in der Nähe ist. Solar dort hinten am Zaun, wo kein Kabel je hinkommt. Diese Mischung ist keine Kompromisslösung, sondern eine bewusste Aufteilung nach Aufgabe.

Ein letzter Gedanke zur Planung. Legen Sie zuerst fest, was das Licht leisten soll – Sicherheit auf dem Weg, Stimmung auf der Terrasse, Inszenierung eines schönen Baums – und wählen Sie danach die Technik. Nicht umgekehrt. Wer zuerst die Leuchte kauft und dann überlegt, wozu, steht am Ende mit einer Schublade voller enttäuschender Solarstäbe da. Die Frage lautet also nicht pauschal Solarleuchten Garten oder Niedervolt, sondern immer: Welche Aufgabe hat dieser eine Lichtpunkt – und welche Technik erfüllt sie zuverlässig?

Was am Ende bleibt

Solarleuchten im Garten sind kein Betrug und keine Wunderlösung – sie sind ein Werkzeug mit klaren Grenzen. Sie leuchten dort zuverlässig, wo Sonne satt fällt und der Anspruch dekorativ bleibt, und sie versagen dort, wo Sie das ganze Jahr über verlässliches, helles Licht brauchen. Das Niedervolt-System ist die Investition in Konstanz, Wertigkeit und ein Lichtbild, das auch im nassen November noch trägt. Ob am Ende Solarleuchten Garten und Weg beleuchten oder ein 12-Volt-System die Regie übernimmt, entscheidet nicht der Preis, sondern die Aufgabe: Prüfen Sie ehrlich, was Ihr Garten braucht, halten Sie sich beim 230-Volt-Anschluss an den Fachbetrieb – und Sie werden mit der Wahl lange zufrieden sein.

🌿 Häufige Fragen zu Solarleuchten und Niedervolt im Garten

Warum leuchten meine Solarleuchten im Winter kaum noch?

Im Winter steht die Sonne flach, die Tage sind kurz und oft grau, und der Akku wird nicht mehr voll geladen. Zusätzlich verliert ein Akku bei Kälte an Kapazität, und ältere Zellen halten die Ladung ohnehin schlechter. Deshalb reicht die Energie in den dunklen Monaten oft nur noch für wenige Minuten Licht.


Ist ein 12-Volt-Niedervolt-System gefährlich zu installieren?

Die 12-Volt-Seite selbst ist berührungssichere Schutzkleinspannung, sofern sie aus einer Stromquelle mit sicherer Trennung stammt – diese Seite dürfen Sie als Laie verlegen. Gefährlich wird die 230-Volt-Seite: Einen steckerfertigen Trafo dürfen Sie in eine vorhandene, über einen FI-/RCD-Schutzschalter abgesicherte Außensteckdose stecken. Sobald aber eine Außensteckdose gesetzt, ein Stromkreis nach draußen geführt oder der Trafo fest installiert werden soll, gehört das in die Hand eines Elektrofachbetriebs. Strom und Wasser sind im Garten eine lebensgefährliche Kombination.


Wann sind Solarleuchten die bessere Wahl als Niedervolt?

Solarleuchten sind sinnvoll, wo kein Strom liegt und ein Kabel unverhältnismäßig wäre – etwa am hinteren Grundstücksrand -, in voller Südlage mit freiem Himmel und für bewusst temporäre Lösungen. Für einen dekorativen Akzent an sonniger Stelle sind sie oft die klügere und günstigere Wahl.


Wie hell sollten Gartenleuchten sein und worauf achte ich beim Kauf?

Achten Sie auf die Helligkeit in Lumen, nicht auf Watt, und auf die Lichtfarbe in Kelvin. Warmweißes Licht um 2.700 Kelvin wirkt ruhig und einladend, kaltweißes lässt den Garten steril wirken. Bei Solarleuchten sollten Sie die angegebene Leuchtdauer mit deutlichem Abschlag rechnen, da sie für Neuzustand und optimale Sonne gilt.


Kann ich ein Niedervolt-System später erweitern?

Ja, das ist einer der größten Vorteile. Solange der Trafo die zusätzliche Last verkraftet, klemmen Sie einfach weitere Leuchten dazu. Planen Sie den Trafo deshalb von Anfang an mit Leistungsreserve, damit Sie im nächsten Jahr Spots oder Wegeleuchten ergänzen können.


Halten Solarleuchten oder Niedervolt-Leuchten länger?

In der Regel Niedervolt-Leuchten. Sie bestehen häufig aus Messing, Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium und sind auf viele Jahre im Freien ausgelegt. Preiswerte Solarleuchten scheitern dagegen meist am fest verbauten Akku oder am spröde werdenden Kunststoffgehäuse und landen nach wenigen Saisons im Müll.

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