
Es gibt ein Bild, das in Gärten immer wieder auftaucht: ein Kirschlorbeer, der gegen die Glasbrüstung der Terrasse drückt, 3 Meter hoch, jedes Jahr zurückgeschnitten, jedes Jahr wieder da. Gepflanzt hat ihn meist ein Vorbesitzer – vermutlich als knietiefes Töpfchen, 40 cm vom Rand entfernt. Genau hier entscheidet sich alles: Wer Sträucher pflanzen will, trifft keine Bepflanzungsentscheidung, sondern eine Standortentscheidung für die nächsten 20 Jahre. Stauden korrigieren Sie im Herbst. Ein Gehölz korrigieren Sie mit der Säge, und meistens zu spät.
Gehölze verhalten sich anders als der Rest des Gartens. Sie bauen über Jahre Substanz auf, Holz, Wurzelwerk, Volumen – und geben nichts davon freiwillig wieder her. Das ist ihre Stärke: Ein gut gesetzter Strauch trägt einen Garten strukturell, auch im Februar, wenn sonst nichts da ist.
Aus unserer Sicht wird deshalb an der falschen Stelle gespart. Der Preisunterschied zwischen einer soliden Baumschulpflanze und Aktionsware liegt oft im zweistelligen Euro-Bereich. Der Unterschied im Ergebnis liegt bei zehn Jahren. Wenn Sie Sträucher pflanzen, die 20 Jahre stehen sollen, erkennen Sie gute Ware weniger am Blatt als am Wurzelwerk und am Aufbau: mehrere kräftige Grundtriebe von unten, keine einzelne Peitsche, ein Ballen, der zusammenhält, wenn Sie ihn anheben.
Fast jeder Fehlgriff in Privatgärten geht auf dieselbe Ursache zurück: Die Endgröße wurde ignoriert. Im Verkaufscontainer sieht ein Gehölz harmlos aus. Zehn Jahre später steht es mit 3 Metern Breite über dem Weg.
Rechnen Sie mit der Angabe der Baumschule, nicht mit dem Ist-Zustand. Eine Kupfer-Felsenbirne erreicht 4 bis 6 Meter, unter guten Bedingungen auch mehr. Die Gewöhnliche Felsenbirne bleibt meist bei 2 bis 3 Metern, selten mehr, und die Ährige Felsenbirne liegt je nach Standort zwischen 2 und 5 Metern. Drei Pflanzen mit ähnlichem Namen, drei sehr unterschiedliche Rollen im Garten.
Ein praktischer Maßstab: Zur Nachbarpflanze, gemessen von Stammmitte zu Stammmitte, zählen Sie die halben Endbreiten beider Sträucher zusammen – bei gleich breiten Gehölzen also die volle Endbreite, plus etwas Luft. Zu Weg, Mauer und Terrassenkante mindestens die halbe Endbreite. Wer die Fläche sofort dicht haben will, pflanzt enger – und muss dann in fünf bis acht Jahren wieder ausdünnen. Das ist eine legitime Entscheidung, aber eine bewusste.
Sträucher pflanzen Sie in einer von drei Handelsformen – und jede davon ist ein anderer Vertrag mit der Pflanze.
Containerware wächst im Topf heran und verliert beim Umsetzen praktisch keine Wurzelmasse. Sie können ganzjährig pflanzen, solange der Boden frostfrei ist, und das Gehölz legt schon im ersten Jahr einen normalen Zuwachs hin. Das ist der bequeme Weg, und bei Sortenraritäten und immergrünen Gehölzen oft der einzige.
Ballenware wird im Freiland gezogen, mit dem Spaten gestochen und in ein Ballentuch gebunden. Der Handel gibt hier eine frostfreie Pflanzzeit etwa ab Ende September bis in den April an. Die Anwachsraten sind hoch, das Wurzelbild ist typischerweise besser strukturiert als im Topf. Nadelgehölze und größere Solitäre kommen fast immer so.
Wurzelnackte Ware hat gar keinen Ballen. Sie wird nach dem Laubfall gerodet und ist nur während der Vegetationsruhe zu haben, in der Praxis von Oktober bis März, je nach Witterung bis April. Sie ist die günstigste Form, und für Hecken aus Laubgehölzen die vernünftigste. Aber sie verzeiht nichts: Trocknen die Wurzeln auf der Heimfahrt im Kofferraum an, ist die Pflanze beschädigt, bevor sie im Boden ist. Wer Bequemlichkeit erwartet, wird mit wurzelnackter Ware nicht glücklich.
Der Boden ist im Oktober noch warm, die Verdunstung über das Laub fällt weg, und Herbst- und Winterniederschläge arbeiten für Sie. Ein im Herbst gesetztes Gehölz bildet bis zum Frost feine Wurzeln und startet im Frühjahr mit Anschluss ans Bodenwasser.
Frühjahrspflanzungen funktionieren ebenfalls – die Wurzelbildung läuft dann sogar zügiger an -, nur steht der erste Sommer unmittelbar bevor. Das heißt: Sie gießen. Konsequent, den ganzen Sommer.
Wenig sinnvoll ist die Pflanzung im Hochsommer, auch bei Containerware. Technisch geht sie, praktisch verlangt sie eine Wasserversorgung, die im Urlaubsmonat kaum jemand durchhält. Und in gefrorenen Boden pflanzt niemand.
Bevor Sie Sträucher pflanzen, lesen Sie die Fläche – das kommt vor jeder Sortenentscheidung. Wie viele Stunden direkte Sonne bekommt sie im Juni? Und im März, wenn die Sonne flach steht und die Hausecke einen langen Schatten wirft?
Dann der Boden. Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde und drücken Sie sie. Zerfällt sie sofort, haben Sie Sand: schnell warm, schnell trocken. Lässt sie sich zu einer Wurst rollen, die glänzt, haben Sie Ton: nährstoffreich, aber verdichtungsanfällig und im Winter oft zu nass. Der dritte Punkt ist der Kalkgehalt, und der entscheidet über eine ganze Pflanzengruppe.
Staunässe ist der stille Killer. Graben Sie ein 40 cm tiefes Loch, füllen Sie es einmal mit Wasser und lassen Sie es ablaufen. Diese erste Füllung sättigt den Boden – wer sie weglässt, misst nur, wie schnell trockene Erde saugt, und bekommt ein zu schönes Ergebnis. Danach füllen Sie erneut. Ist das Wasser am nächsten Tag versickert, ist alles in Ordnung. Steht es nach 24 Stunden noch deutlich im Loch, haben Sie ein Problem, das kein Gehölz löst.
Die Sortenwahl kommt nach der Standortanalyse, nicht davor. Zwei Gruppen decken die meisten Privatgärten ab – und die Trennlinie zwischen ihnen ist fast immer der Kalk.
Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist das unterschätzteste Gehölz im deutschsprachigen Raum. Sie blüht je nach Witterung ab Februar bis in den April goldgelb am nackten Holz, wenn sonst nichts blüht, trägt später essbare Früchte, wird 4 bis 5 Meter hoch, unter optimalen Bedingungen bis 7 Meter – und sie ist ausgesprochen kalkliebend. Auf kalkhaltigen, alkalischen Böden, an denen Rhododendron scheitert, läuft sie zur Form auf. Eine Bedingung stellt sie allerdings: Der Boden muss durchlässig sein. Schwere, verdichtete Lagen mit Staunässe verträgt sie nicht – dort arbeiten Sie vor dem Pflanzen grobkörnigen Sand und reifen Kompost ein, sonst nützt der ganze Kalk nichts.
Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) verträgt deutlich mehr Sonne als ihre großblättrige Verwandte, sofern die Wasserversorgung stimmt. Je nach Sorte 2 bis 4 Meter hoch, bis 3 Meter breit, Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr; kompakte Sorten bleiben bei etwa 1,5 Metern. Der große Vorteil: Sie blüht am diesjährigen Holz, lässt sich also im zeitigen Frühjahr auf zwei bis drei Knospenpaare zurücknehmen und bleibt dauerhaft in Form.
Rhododendron und Azalee sind hier die Klassiker, aber nur unter einer Bedingung: Der Boden muss sauer sein. Als optimal gilt ein pH-Bereich von etwa 4,5 bis 5,5. Auf Kalk reagieren die meisten Arten empfindlich, die Blattflächen zwischen den Adern vergilben, während die Adern grün bleiben – eine Kalkchlorose. Auch hartes Leitungswasser hebt den pH-Wert über Jahre an.
Wer auf kalkhaltigem Boden sitzt, hat zwei ehrliche Optionen: eine veredelte, kalktolerante Auslese wählen oder das Thema lassen. Das jährliche Ansäuern eines ganzen Beetes ist Sisyphusarbeit, und wir raten davon ab.
Verlässlicher im Halbschatten sind Schneeball, Hortensie in Sorten und – für den lichten Gehölzrand – Blutjohannisbeere und Deutzie. Sie kommen mit normalem Gartenboden aus und verlangen keine Chemie. Die Zaubernuss wird gern in dieser Reihe mitgenannt, gehört aber nur eingeschränkt dorthin: Sie will humosen, kalkarmen Boden und kümmert oberhalb von pH 7 – dasselbe Problem wie beim Rhododendron, nur Jahre später sichtbar. Auf leicht kalkhaltigem Boden kommen Sie mit der Virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana) am ehesten durch; sie gilt als die kalktoleranteste der gängigen Arten. Ein Freibrief ist das nicht – mehr als leicht kalkhaltig sollte der Boden auch für sie nicht sein.
Drei sehr verbreitete Ziergehölze sind ernsthaft giftig. Darüber sollten wir nicht diplomatisch reden.
Sicherheitshinweis: Bei der Eibe (Taxus) sind praktisch alle Pflanzenteile giftig – Nadeln, Rinde und vor allem die Samen; ausgenommen ist nur der rote, fleischige Samenmantel, der die Samen umgibt. Beim Goldregen sind ebenfalls alle Teile giftig, besonders die Samen in den erbsenähnlichen Hülsen; schon wenige Samen können bei einem Kind Vergiftungserscheinungen auslösen. Kirschlorbeer enthält in Blättern und Früchten cyanogene Glykoside, aus denen beim Zerkauen Blausäure frei wird – besonders kritisch sind die Kerne der Früchte. Mögliche Folgen reichen von Erbrechen und Krämpfen bis zu Atem- und Herzstillstand. Vermeidung: In Gärten mit kleinen Kindern oder mit Hunden diese drei Arten nicht neu pflanzen, insbesondere nicht im Spiel- und Sichtbereich; bestehende Pflanzen konsequent vor der Fruchtreife zurückschneiden, Fruchtstände und Schnittgut sofort entfernen und nicht auf der Wiese liegen lassen – antrocknendes Eibenschnittgut ist auch für Pferde und Rinder tödlich. Bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf anrufen.
Das ist kein Grund für Panik. Es ist ein Grund für eine bewusste Entscheidung. Für Gärten mit kleinen Kindern ist die Hainbuche die sauberste Lösung: in allen Teilen ungiftig, schnittfest, dicht verzweigt – genau deshalb steht sie an Spielplätzen und in Kindergärten. Ebenso gut eignet sich eine Rotbuchenhecke, die ihr Laub bis zum Austrieb hält; regelmäßig geschnitten fruchtet sie kaum, und das ist hier ein Vorteil, denn rohe Bucheckern sind für Kinder nicht bekömmlich. Wer unbedingt immergrün braucht, sollte dagegen wissen, dass die beiden gängigen Ersatzkandidaten diese Rechnung nicht aufmachen: Liguster ist in allen Teilen schwach giftig, am stärksten in den schwarzen Beeren, und auch die Stechpalme trägt giftige Beeren und Blätter. Wer immergrün und ungiftig zugleich will, landet eher bei der Wintergrünen Ölweide, die als ungiftig gilt und deren Beeren sogar essbar sind.
Ein Hinweis zur Verfügbarkeit für Leserinnen und Leser in der Schweiz: Kirschlorbeer und Sommerflieder dürfen dort seit dem 1. September 2024 nicht mehr verkauft, verschenkt oder eingeführt werden – Grundlage ist eine Anpassung der Freisetzungsverordnung (Stand: August 2026, ohne Gewähr). Bereits gepflanzte Exemplare sind davon nicht betroffen und müssen nicht entfernt werden. In Deutschland und Österreich gilt kein vergleichbares Verkaufsverbot; für den Kirschlorbeer sprechen aber auch dort gute Gründe dagegen, ihn neu in einen Kindergarten zu setzen.
Jetzt wird gegraben. Drei Handgriffe entscheiden darüber, ob der Strauch anwächst oder jahrelang kümmert – und der mittlere davon wird am häufigsten übersprungen.
Die Faustregel lautet: mindestens doppelt so breit wie der Ballen – aber nicht tiefer. Die Breite ist der wichtigere Teil, denn Wurzeln wachsen horizontal, nicht senkrecht nach unten. Der Ballen steht auf gewachsener, tragfähiger Sohle. Ein zu tief ausgehobenes und locker verfülltes Loch sackt nach dem ersten Regen nach, und der Strauch steht ein Jahr später zu tief.
Entscheidend ist, was danach passiert. Rauen Sie die Wände des Lochs mit dem Spaten oder einer Grabegabel auf; die Sohle ritzen Sie nur oberflächlich an und lockern sie nicht spatentief, sonst zieht das Gewicht des Ballens ihn nach unten. Ein glatt gestochenes Loch in Lehmboden wirkt sonst wie ein Blumentopf im Boden: Die Wurzeln drehen an der glatten Wand ab, und Wasser steht darin.
Sicherheitshinweis: Im Bereich von Hausanschlüssen, Gartensteckdosen, Pumpen und Beleuchtung liegen Erdkabel häufig nur 60 bis 80 cm tief, manchmal flacher und selten dort, wo Sie sie vermuten. Ein Spatenstich in ein stromführendes Kabel kann zu Lichtbogen, schweren Verbrennungen und Stromschlag mit tödlichem Ausgang führen. Vermeidung: Vor dem Ausheben Leitungspläne prüfen, im Verdachtsbereich ausschließlich von Hand und vorsichtig schachten, niemals mit motorisiertem Erdbohrer arbeiten, und bei Unklarheit den Netzbetreiber oder einen Fachbetrieb einbinden. Beachten Sie die Herstellerangaben; ziehen Sie bei Eingriffen in Statik, Elektrik oder Gas einen Fachbetrieb hinzu.
Den Aushub geben Sie nicht ungefiltert zurück. Bei sehr schwerem Boden mischen Sie grobkörnigen Sand und reifen Kompost unter, bei sehr leichtem Sandboden reifen Kompost und etwas Bentonit. Wichtig: verbessern, nicht austauschen. Ein Loch voll Edelsubstrat in ansonsten hartem Lehm hält die Wurzeln im Luxusbereich gefangen.
Ein trockener Ballen nimmt im Boden kaum noch Wasser auf. Torf- und humusreiche Substrate werden hydrophob, wenn sie einmal durchgetrocknet sind – Sie können danach gießen, so viel Sie wollen, das Wasser läuft außen vorbei.
Deshalb: Ballen vor dem Einsetzen komplett in einen Bottich tauchen und so lange stehen lassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Bei kleinen Containern sind das ein bis zwei Minuten, bei großen Ballen gut zehn Minuten. Sie hören es förmlich – erst sprudelt es, dann wird es still.
Wurzelnackte Ware wässern Sie ebenfalls, aber kürzer, und Sie schneiden beschädigte Wurzelenden sauber an. Bei Containerware, deren Wurzeln außen bereits im Kreis laufen, ritzen Sie den Ballenmantel an drei bis vier Stellen senkrecht ein. Das sieht brutal aus. Es ist die Voraussetzung dafür, dass die Wurzeln überhaupt in den umgebenden Boden auswandern.
Die Pflanztiefe ist nicht verhandelbar, wenn Sie Sträucher pflanzen: so tief, wie das Gehölz vorher in der Baumschule oder im Container stand. Die Ballenoberkante schließt bündig mit dem Erdniveau ab – und im Zweifel lieber eine Spur zu hoch als zu tief, weil frisch bewegter Boden noch nachgibt. Zu tief gepflanzte Gehölze kümmern jahrelang und sterben dann ohne erkennbaren Grund – der Wurzelhals fault.
Verfüllen Sie in Lagen und schlämmen Sie zwischendurch mit Wasser ein, statt die Erde festzutreten. Wer mit dem Absatz verdichtet, presst genau die Poren zusammen, die die Wurzel braucht.
Zum Schluss formen Sie aus dem restlichen Aushub einen Gießrand: ein Erdwall rund um die Pflanzstelle, im Durchmesser etwa so weit wie die Pflanzgrube, in der Höhe gut handbreit, also rund 10 bis 15 cm. Drücken Sie ihn fest an, sonst weicht er beim ersten Angießen auf. Er ist kein Deko-Element. Er entscheidet darüber, ob das Gießwasser in den Ballen sickert oder seitlich über den Hang abläuft. Dann angießen, ausgiebig, in mehreren Durchgängen – im Baumbereich rechnen Baumschulen mit 50 bis 150 Litern je nach Größe, bei einem kräftigen Strauch dürfen es entsprechend weniger sein, aber deutlich mehr als eine Gießkanne.
Hier wird gewonnen oder verloren. Sträucher pflanzen heißt auch, die Gießphase gleich mit einzuplanen: Ein frisch gesetztes Gehölz hat nur den Wurzelraum des Ballens zur Verfügung – der Rest des Bodens ist für die Pflanze zunächst unerreichbar.
Die Regel lautet: selten, aber durchdringend. Lieber einmal pro Woche eine große Menge direkt in den Gießrand als jeden Abend ein bisschen über das Laub. Oberflächliches Gießen erzieht flache Wurzeln, und flache Wurzeln versagen im ersten heißen August.
Rechnen Sie mit einer vollen Vegetationsperiode Aufmerksamkeit, bei größeren Solitären mit zwei bis drei Jahren. Auch im Winter gilt: Bei frostfreiem, trockenem Wetter brauchen immergrüne Gehölze Wasser, weil sie über die Blätter weiter verdunsten. Die meisten Ausfälle bei Rhododendron und Kirschlorbeer im Frühjahr sind keine Frostschäden, sondern Trockenschäden.
Eine Mulchschicht aus Rindenkompost oder Häcksel, gut handbreit stark, hält Feuchtigkeit und Bodenleben stabil. Halten Sie sie vom Stammfuß frei. Und lassen Sie die Fläche unter jungen Gehölzen konkurrenzfrei – Rasen bis an den Stamm kostet ein junges Gehölz mehr Wasser als jede Hitzewelle.
Sträucher pflanzen und gleichzeitig kräftig düngen – das passt nicht zusammen. Im Pflanzjahr wird nicht mineralisch gedüngt. Stickstoff treibt Blattmasse, die die junge Wurzel nicht versorgen kann. Reifer Kompost bei der Pflanzung reicht; ab dem zweiten Standjahr können Sie im Frühjahr organisch nachlegen.
Beim Schnitt trennt sich die Praxis in zwei Lager, und die Regel dahinter ist einfach. Gehölze, die am vorjährigen Holz blühen – Weigelie, Deutzie, Blutjohannisbeere, Zierquitte -, schneiden Sie direkt nach der Blüte. Nehmen Sie jährlich ein Drittel der ältesten, dicksten Triebe bodennah heraus und lassen Sie den Rest stehen; dort sitzen die Knospen für das nächste Jahr. Wer diese Sträucher im Frühjahr formal kürzt, schneidet die komplette Blüte weg.
Gehölze, die am diesjährigen Holz blühen – Rispenhortensie, Sommerflieder, Fingerstrauch -, nehmen Sie dagegen im zeitigen Frühjahr kräftig zurück. Und im Pflanzjahr selbst? Bei Containerware ist kein Rückschnitt nötig. Bei wurzelnackter Ware ist ein maßvoller Ausgleichsschnitt sinnvoll, weil beim Roden Wurzelmasse verloren ging.
Sträucher pflanzen ist am Ende weniger eine Frage der Technik als der Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Standort: Licht, Boden, Kalk, Platz. Wer diese vier Größen kennt und die Endgröße respektiert, braucht keine Rettungsaktionen. Wer sie ignoriert, hat in zehn Jahren einen Kirschlorbeer an der Glasbrüstung.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: August 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei Ihnen konkret wird, fragen Sie die zuständige Stelle vor Ort oder holen Sie anwaltlichen Rat ein.
Wann ist die beste Zeit, um Sträucher zu pflanzen?
Sträucher pflanzen Sie in den meisten Fällen am besten im Herbst: Der Boden ist noch warm, die Verdunstung über das Laub fällt weg, und die Winterfeuchte arbeitet für die Pflanze. Wurzelnackte Ware bekommen Sie ohnehin nur in der Vegetationsruhe, in der Praxis von Oktober bis März, je nach Witterung bis April. Ballenware pflanzen Sie in der frostfreien Zeit etwa ab Ende September, Containerware ganzjährig, solange der Boden frostfrei ist. Vom Hochsommer raten wir ab, weil die Wasserversorgung dann selten durchgehalten wird.
Container, Ballen oder wurzelnackt – was sollten Sie kaufen?
Containerware ist am flexibelsten, verliert beim Umsetzen keine Wurzelmasse und legt schon im ersten Jahr normalen Zuwachs hin. Ballenware kommt aus dem Freiland, hat ein gut strukturiertes Wurzelbild und ist bei Nadelgehölzen und größeren Solitären der Standard. Wurzelnackte Ware ist am günstigsten und für Laubhecken die vernünftigste Lösung, verzeiht aber kein Antrocknen der Wurzeln. Wer Bequemlichkeit erwartet, wird mit wurzelnackter Ware nicht glücklich.
Wie groß muss das Pflanzloch sein?
Mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen – aber nicht tiefer. Die Breite ist der wichtigere Teil, denn Wurzeln wachsen horizontal. Der Ballen steht auf gewachsener, tragfähiger Sohle; ein zu tief ausgehobenes und locker verfülltes Loch sackt nach, und der Strauch steht ein Jahr später zu tief. Rauen Sie die Wände mit Spaten oder Grabegabel auf und ritzen Sie die Sohle nur oberflächlich an, sonst wirkt ein glatt gestochenes Loch in Lehmboden wie ein Blumentopf im Boden. Verbessern Sie den Aushub mit reifem Kompost und je nach Bodenart mit Sand, aber tauschen Sie ihn nicht komplett gegen Edelsubstrat aus.
Müssen Sie den Wurzelballen vor dem Pflanzen wässern?
Ja, und das ist der Schritt, den die meisten überspringen. Tauchen Sie den Ballen so lange in einen Bottich, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen – bei kleinen Containern ein bis zwei Minuten, bei großen Ballen gut zehn Minuten. Ein einmal durchgetrocknetes humoses Substrat nimmt im Boden kaum noch Wasser auf, das Gießwasser läuft dann außen vorbei. Bei Containerware ritzen Sie zusätzlich den Ballenmantel senkrecht an drei bis vier Stellen ein, damit die Wurzeln auswandern.
Wie oft müssen Sie einen frisch gepflanzten Strauch gießen?
Selten, aber durchdringend. Eine große Wassermenge einmal pro Woche direkt in den Gießrand bringt mehr als jeden Abend ein wenig über das Laub, denn oberflächliches Gießen erzieht flache Wurzeln. Rechnen Sie mit einer vollen Vegetationsperiode Aufmerksamkeit, bei größeren Solitären mit zwei bis drei Jahren. Auch im frostfreien, trockenen Winter brauchen immergrüne Gehölze Wasser, weil sie über die Blätter weiter verdunsten.
Welche verbreiteten Ziergehölze sind giftig?
Bei der Eibe sind praktisch alle Pflanzenteile giftig, ausgenommen nur der rote Samenmantel. Beim Goldregen sind ebenfalls alle Teile giftig, besonders die Samen. Kirschlorbeer enthält in Blättern und Früchten cyanogene Glykoside, aus denen beim Zerkauen Blausäure frei wird; besonders kritisch sind die Kerne der Früchte. In Gärten mit kleinen Kindern oder Hunden sollten Sie diese Arten nicht neu pflanzen und bestehende Pflanzen vor der Fruchtreife zurückschneiden. Bei Verdacht auf Verzehr rufen Sie sofort den Giftnotruf an.
Wie schätzen Sie die Endgröße richtig ein?
Verlassen Sie sich auf die Angabe der Baumschule, nicht auf den Zustand im Verkaufscontainer. Schon innerhalb einer Gattung sind die Unterschiede groß: Die Kupfer-Felsenbirne erreicht 4 bis 6 Meter, die Gewöhnliche Felsenbirne meist 2 bis 3 Meter, die Ährige Felsenbirne je nach Standort 2 bis 5 Meter. Als Faustregel zählen Sie zur Nachbarpflanze, gemessen von Stammmitte zu Stammmitte, die halben Endbreiten beider Sträucher zusammen – bei gleich breiten Gehölzen also die volle Endbreite plus etwas Luft; zu Weg, Mauer und Terrassenkante halten Sie mindestens die halbe Endbreite ein.
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