
Ein Eimer mit Kaffeesatz, Apfelschalen und den Strünken vom Gemüse steht in vielen Küchen – und wandert am Ende doch in die Tonne. Dabei ist genau das der Rohstoff für das Beste, was Ihr Garten geschenkt bekommen kann: dunkle, krümelige Erde, die nach Waldboden riecht und die Sie nicht kaufen müssen. Wer einen Kompost anlegen will, verwandelt Abfall in Humus – kostenlos, nebenbei und mit erstaunlich wenig Aufwand.
Und doch scheitern viele, wenn sie zum ersten Mal einen Kompost anlegen. Der Haufen wird zu einer schleimigen, stinkenden Masse, oder es passiert jahrelang gar nichts. Beides hat dieselbe Ursache: ein Missverständnis darüber, was in einem Komposthaufen eigentlich vor sich geht. Denn Sie kompostieren nicht – das tun Millionen Mikroorganismen, Würmer und Pilze. Ihre Aufgabe ist nur, ihnen die richtigen Bedingungen zu geben.
Das wichtigste Prinzip beim Kompost ist eine Mischung, und wer sie versteht, hat schon halb gewonnen. Die Kleinstlebewesen brauchen zweierlei Futter: Stickstoff und Kohlenstoff, in einem einigermaßen ausgewogenen Verhältnis.
Den Stickstoff liefert das „Grüne“: frischer Rasenschnitt, Küchenabfälle aus Obst und Gemüse, Kaffeesatz, Brennnesseln, Grünschnitt. Es ist feucht, weich und zersetzt sich schnell. Den Kohlenstoff liefert das „Braune“: Laub, Stroh, gehäckselte Äste und Zweige, zerkleinerter Karton, Sägemehl von unbehandeltem Holz. Es ist trocken, faserig und sorgt für Struktur und Luft.
Die Faustregel: grob zwei bis drei Teile Braunes auf ein Teil Grünes. Kippen Sie dagegen nur Rasenschnitt auf einen Haufen, verklebt er zu einer luftdichten, faulenden Schicht, die nach Ammoniak stinkt – zu viel Grün, zu wenig Struktur. Schichten Sie umgekehrt nur trockenes Laub, passiert fast nichts, weil den Mikroben der Stickstoff fehlt – zu viel Braun. Der gute Kompost lebt vom Wechsel: eine Lage Grün, eine Lage Braun, immer wieder, und im Zweifel etwas mehr Braun.
Wer einen Kompost anlegen will, muss weniger Regeln lernen, als viele denken – und ein paar Ausnahmen ersparen Ihnen viel Ärger.
Hinein dürfen: Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz samt Filter, Teereste, zerdrückte Eierschalen, Rasenschnitt (angewelkt und dünn), Laub, Strauch- und Heckenschnitt (gehäckselt), verblühte Pflanzen, Stroh, etwas zerkleinerter Karton und Zeitungspapier ohne Farbdruck. Kaffeesatz und Brennnesseln sind dabei wahre Beschleuniger.
Draußen bleiben müssen vor allem gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Wurst und Milchprodukte – sie locken Ratten und Mäuse an und riechen beim Verrotten übel. Ebenso wenig gehören kranke Pflanzen mit Pilzbefall auf den offenen Haufen, weil die Krankheit überdauern kann, und Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke, die im Kompost fröhlich weiterwachsen. Katzen- und Hundekot hat auf dem Kompost nichts zu suchen, ebenso wenig behandeltes Holz, Kohlenasche, farbig bedrucktes oder beschichtetes Papier und natürlich alles aus Kunststoff. Große Mengen Zitrusschalen und Walnusslaub verrotten langsam und in Maßen – kein Drama, aber auch kein Hauptbestandteil.
Ein paar hartnäckige Zweifelsfälle klärt die Praxis: Eierschalen dürfen hinein, am besten zerdrückt, sie liefern Kalk; Kaffeesatz samt Filter ist geradezu ideal und beschleunigt die Rotte; Zwiebel- und Knoblauchschalen sind unbedenklich. Bei Zitrus- und Bananenschalen aus konventionellem Anbau scheiden sich die Geister wegen möglicher Rückstände – in kleinen Mengen und gut verteilt sind sie kein Problem, als Hauptbestandteil eher nicht.
Die einfachste Merkregel: Was einmal gelebt hat und roh und pflanzlich ist, darf meist hinein. Was gekocht, tierisch oder künstlich ist, bleibt draußen.
Ein Kompost will den richtigen Platz, und der ist weniger beliebig, als es aussieht. Ideal ist eine halbschattige Ecke, die weder in der prallen Mittagssonne austrocknet noch in einer nassen Senke ersäuft. Und ganz wichtig: Der Kompost steht direkt auf der Erde, nicht auf Beton oder Platten. Nur so wandern Würmer und Bodenlebewesen von unten ein – sie sind die eigentlichen Arbeiter.
Beim Behälter haben Sie die Wahl. Der offene Komposthaufen oder ein einfacher Lattenkomposter ist die klassische, luftige Lösung für größere Gärten – gut belüftet, leicht umzusetzen, aber platzintensiv und nicht ratten- oder blicksicher. Der Thermokomposter, ein geschlossener Kunststoffbehälter, hält die Wärme besser, arbeitet dadurch schneller, spart Platz und hält Nager fern – allerdings nur mit einem Bodengitter, denn sonst graben sich Ratten und Mäuse schlicht von unten hinein; die Maschenweite sollte dafür bei höchstens 10 bis 12 Millimetern liegen, damit Würmer noch durchkommen und Nager nicht. Dafür müssen Sie ihn zum Umsetzen etwas umständlicher leeren. Für den Balkon oder die kleine Menge gibt es die Wurmkiste, in der Kompostwürmer Küchenabfälle geruchlos zu feinstem Humus verarbeiten.
Aus meiner Sicht ist für die meisten Hausgärten der Thermokomposter der beste Kompromiss aus Tempo, Sauberkeit und Platz – der offene Haufen bleibt die Wahl für den, der viel Grünschnitt hat und den Platz dafür. Welchen Behälter Sie auch wählen: Halten Sie sich an die Herstellerangaben zu Aufbau, Befüllung und Standfestigkeit des konkreten Modells – dort steht, was das jeweilige System verträgt. Und sobald Technik ins Spiel kommt, etwa bei einem elektrischen Küchenkomposter, überlassen Sie Eingriffe in die Elektrik einem Fachbetrieb.
Der Anfang bestimmt, wie gut die Rotte läuft. Beginnen Sie ganz unten mit einer groben, luftigen Schicht aus zerkleinerten Ästen oder Häckselgut – sie sorgt für Belüftung von unten und verhindert Staunässe. Darüber schichten Sie abwechselnd Grünes und Braunes, jeweils nicht zu dick, damit nichts verklebt.
Feuchten Sie trockene Lagen leicht an, aber ertränken Sie nichts. Etwas reife Gartenerde oder fertiger Kompost zwischendurch bringt die Mikroorganismen gleich mit und impft den frischen Haufen. Küchenabfälle decken Sie am besten mit einer Handvoll Braunmaterial ab – das hält Fruchtfliegen fern und bindet Geruch.
Wer will, deckt den Haufen locker ab, gegen Austrocknung im Sommer und gegen Auswaschung durch Dauerregen. Luftdicht darf die Abdeckung nie sein – der Kompost muss atmen.
Wenn Sie einen Kompost anlegen, entscheiden am Ende zwei Größen darüber, ob aus Ihrem Haufen duftender Humus wird oder eine stinkende Pampe – und beide steuern Sie leicht selbst.
Die erste ist die Feuchte. Der Kompost soll sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm – feucht, aber nicht triefend. Der Test dauert Sekunden: Nehmen Sie eine Handvoll und drücken Sie zu. Tropft Wasser heraus, ist es zu nass, und Sie brauchen mehr trockenes Braunmaterial. Zerfällt alles staubtrocken, ist es zu trocken, und ein Schwung Wasser oder frischer Grünschnitt hilft. Zu nass bedeutet Fäulnis und Gestank, zu trocken bedeutet Stillstand.
Die zweite ist die Luft. Die guten, geruchsfreien Mikroorganismen brauchen Sauerstoff. Bekommen sie keinen, übernehmen die faulenden – deshalb der üble Geruch bei einem verklebten, nassen Haufen. Wer den Kompost gelegentlich umsetzt, also umschichtet, bringt Luft hinein, beschleunigt die Rotte deutlich und verhindert Fäulnis. Ein gut umgesetzter Haufen kann sich in der Mitte auf 50 bis 70 Grad erhitzen – diese Hitze ist ein gutes Zeichen und tötet nebenbei viele Unkrautsamen und Krankheitskeime ab.
Sicherheitshinweis: Beim Umsetzen eines Komposts werden Schimmelpilzsporen aufgewirbelt, darunter Aspergillus fumigatus. Für gesunde Menschen ist das meist unbedenklich – für Allergiker, Asthmatiker, Menschen mit chronischer Lungenerkrankung und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Sporen jedoch ernste Atemwegsbeschwerden bis hin zu einer Pilzinfektion der Lunge auslösen. Befeuchten Sie den Kompost vor dem Umsetzen, damit weniger Staub aufsteigt, tragen Sie im Zweifel eine Atemschutzmaske, und arbeiten Sie mit dem Wind im Rücken. Essen, trinken und rauchen Sie nicht dabei und waschen Sie sich danach gründlich die Hände. Und noch drei Regeln zum Schutz vor Krankheiten: Gekochte Speisereste und Fleisch ziehen Ratten an und gehören nicht auf den Kompost. Katzen- und Hundekot bleibt wegen der Krankheitserreger ebenfalls draußen. Und wer schwanger ist, arbeitet in Kompost und Erde grundsätzlich mit Handschuhen und wäscht danach die Hände – wegen möglicher Toxoplasmose-Erreger im Boden, die über Katzenkot dorthin gelangen.
Wer einen Kompost anlegen will und nicht bis zum nächsten Jahr warten mag, kann die Rotte deutlich beschleunigen – mit etwas mehr Arbeit. Drei Hebel wirken zusammen. Erstens die Zerkleinerung: Je kleiner die Stücke, desto mehr Angriffsfläche haben die Mikroorganismen; gehäckselter Strauchschnitt verrottet um ein Vielfaches schneller als ganze Äste. Zweitens die Mischung: ein sauberes Verhältnis von Grün und Braun, gut durchmischt statt in dicken Lagen. Und drittens die Luft: Wer alle paar Wochen umsetzt, hält die Rotte heiß und in Schwung.
Ein gut geführter Schnellkompost kann in wenigen Monaten reifen, wo ein sich selbst überlassener Haufen ein Jahr und länger braucht. Der Preis ist die regelmäßige Arbeit – für den Ungeduldigen lohnt sie sich, für den Gelassenen erledigt es auch die Zeit.
Im Winter legt der Kompost eine Pause ein, und das ist ganz normal. Sinken die Temperaturen, werden die Mikroorganismen träge, und die Rotte kommt fast zum Stillstand – der Haufen friert an der Oberfläche, arbeitet im Kern aber oft noch leise weiter. Sammeln Sie trotzdem weiter: Küchen- und Gartenabfälle warten geduldig, bis es wärmer wird.
Zwei Dinge helfen über die kalte Zeit. Eine lockere, ruhig dicke Abdeckung aus Laub, Stroh oder Gartenvlies – 20 bis 30 Zentimeter Laub sind kein Zuviel – hält die Wärme im Haufen, und ein geschlossener Thermokomposter bleibt ohnehin länger aktiv als ein offener. Wichtig ist nur: keine luftdichte Folie, der Kompost muss auch im Winter atmen. Wenn Sie in der kalten Zeit weiter füttern, dann klug: Schneiden Sie die Küchenreste klein, mischen Sie sie mit einer Handvoll trockenem Laub oder zerkleinerter Pappe und geben Sie das Ganze mitten in den noch warmen Kern, nicht obenauf in die Kälte. Gefrorenes Material setzen Sie dagegen nicht um – das bringt nichts. Sobald das Frühjahr die Temperaturen hebt, springt die Rotte von selbst wieder an, und der über den Winter gesammelte Vorrat kommt dann erst recht in Fahrt.
Geduld gehört dazu, aber weniger, als viele fürchten. Ein Kompost, der gut gemischt und ab und zu umgesetzt wird, liefert nach etwa sechs bis zwölf Monaten fertigen Humus; ein vernachlässigter Haufen braucht auch mal zwei Jahre. Wer regelmäßig umsetzt und feucht hält, ist am schnellen Ende dieser Spanne.
Reifen Kompost erkennen Sie mit allen Sinnen. Er ist dunkelbraun bis fast schwarz, krümelig und fein, und die ursprünglichen Abfälle sind nicht mehr zu erkennen. Vor allem aber riecht er gut – nach frischer Walderde, nicht nach Fäulnis oder Ammoniak. Wer ganz sichergehen will, macht den Kressetest: Säen Sie ein paar Kressesamen in eine Schale mit dem Kompost. Keimen sie zügig und wachsen kräftig, ist der Kompost reif und pflanzenverträglich. Bleiben sie zurück, ist er noch nicht so weit.
Jetzt kommt der Lohn – und ausgerechnet hier wird viel falsch gemacht. Reifer Kompost ist ein Bodenverbesserer, kein Ersatz für Blumenerde. Er ist zu nährstoffreich und zu grob, um junge Sämlinge darin auszusäen; die zarten Wurzeln vertragen die Konzentration nicht, und die Keimung leidet. Für die Anzucht nehmen Sie magere Aussaaterde, nicht puren Kompost.
Richtig eingesetzt wird er als dünne Schicht. Die Bayerische Gartenakademie nennt als Faustzahl rund drei Liter je Quadratmeter und Jahr, oberflächlich eingearbeitet; Starkzehrer wie Tomaten, Kohl oder Kürbis vertragen etwas mehr. Er wird also flach ins Beet eingearbeitet oder als nährende Mulchdecke rund um Stauden, Gehölze und Gemüse. Für feine Anwendungen sieben Sie ihn und geben die groben Reste zurück auf den Haufen. Was Kompost nicht braucht: die mediterrane, magerliebende Fraktion. Rosmarin, Thymian und Lavendel wollen gerade keinen fetten Boden – hier wäre eine dicke Kompostgabe schädlich.
Ein häufiger Fehler ist außerdem, unreifen Kompost auszubringen. Halbfertiger Kompost zehrt beim Weiterverrotten Stickstoff aus dem Boden – genau den, den Ihre Pflanzen bräuchten. Geben Sie ihm im Zweifel lieber noch ein paar Wochen.
Der Weg des Abfalls beginnt in der Küche, und dort scheitert die gute Absicht oft am Geruch. Ein offener Eimer unter der Spüle gärt, zieht Fruchtfliegen an und vergrault die ganze Familie vom Kompostieren. Besser ist ein kleiner Sammelbehälter mit belüftetem Deckel oder mit einem Aktivkohlefilter, den Sie regelmäßig leeren, bevor sich etwas zersetzt.
Wer das schnelle Leeren nicht schafft, für den ist Bokashi eine Alternative: In einem luftdichten Eimer werden die Abfälle mit speziellen Mikroorganismen fermentiert statt zu faulen – nahezu geruchlos, und das Ergebnis wandert später auf den Kompost oder direkt ins Beet. Auf dem Haufen selbst gilt weiter dieselbe Regel: Küchenreste immer mit einer Handvoll Braunmaterial abdecken, dann bleibt auch draußen alles ruhig.
Fast jedes Kompostproblem hat eine einfache Ursache und eine ebenso einfache Lösung.
Er stinkt faulig? Zu nass, zu viel Grün, zu wenig Luft. Mischen Sie trockenes Braunmaterial unter und setzen Sie den Haufen um. Es passiert nichts, alles bleibt trocken? Zu trocken oder zu wenig Stickstoff. Feuchten Sie an und geben Sie frischen Grünschnitt oder Kaffeesatz dazu. Ratten oder Mäuse? Meist sind gekochte Reste oder Fleisch im Spiel – konsequent weglassen und auf einen geschlossenen Thermokomposter mit engmaschigem Bodengitter umsteigen. Fruchtfliegen-Wolken? Decken Sie Küchenabfälle immer mit einer Lage Braunmaterial ab.
Sie sehen: Der Kompost sagt Ihnen mit Geruch, Feuchte und Tempo genau, was ihm fehlt. Sie müssen nur zuhören.
Am Ende ist der Grund, einen Kompost anzulegen, ein doppelter. Sie sparen sich den Weg zur Grünabfalltonne und den Kauf von Erde und Dünger – und Sie schließen einen Kreislauf, der ohnehin in Ihrem Garten liegt. Was die Beete im Herbst abwerfen, kommt im nächsten Jahr als Humus zurück, und der Boden wird von Saison zu Saison lebendiger, lockerer, fruchtbarer.
Das ist kein romantisches Beiwerk, sondern die vielleicht wirkungsvollste und günstigste Bodenpflege, die es gibt. Einen Kompost anlegen kostet Sie erstaunlich wenig: ein Eimer Küchenreste, eine halbschattige Ecke, ein bisschen Aufmerksamkeit – und aus dem, was andere wegwerfen, wird das schwarze Gold, auf dem Ihr Garten wächst.
Welches Verhältnis von Grün und Braun braucht der Kompost?
Grob zwei bis drei Teile kohlenstoffreiches Braunmaterial – Laub, Stroh, Häcksel, Karton – auf ein Teil stickstoffreiches Grünmaterial wie Rasenschnitt oder Küchenreste. Nur Rasenschnitt verklebt zu einer faulenden, nach Ammoniak riechenden Schicht; nur trockenes Laub verrottet kaum. Der gute Kompost lebt vom Wechsel beider Materialien, im Zweifel mit etwas mehr Braun.
Was darf nicht auf den Kompost?
Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch und Milchprodukte, weil sie Ratten anlocken und übel riechen. Ebenso wenig kranke Pflanzen, Wurzelunkräuter wie Giersch, Katzen- und Hundekot, behandeltes Holz, Kohlenasche, farbig bedrucktes Papier und Kunststoff. Grob gilt: Was roh und pflanzlich ist, darf hinein; was gekocht, tierisch oder künstlich ist, bleibt draußen.
Wie feucht muss ein Kompost sein?
Wie ein ausgewrungener Schwamm – feucht, aber nicht triefend. Drücken Sie eine Handvoll zusammen: Tropft Wasser heraus, ist es zu nass, und Sie brauchen mehr trockenes Braunmaterial. Zerfällt alles staubtrocken, hilft Wasser oder frischer Grünschnitt. Zu nass führt zu Fäulnis und Gestank, zu trocken zu Stillstand.
Ist das Umsetzen von Kompost gesundheitlich bedenklich?
Für gesunde Menschen meist nicht. Beim Umsetzen werden aber Schimmelpilzsporen wie Aspergillus fumigatus freigesetzt, die für Allergiker, Asthmatiker, Menschen mit chronischer Lungenerkrankung und Immungeschwächte ernste Atemwegsbeschwerden auslösen können. Befeuchten Sie den Kompost vorher, tragen Sie im Zweifel eine Atemmaske, arbeiten Sie mit dem Wind im Rücken und waschen Sie sich danach die Hände. In der Schwangerschaft gilt zusätzlich: Erde und Kompost nur mit Handschuhen anfassen, wegen möglicher Toxoplasmose-Erreger im Boden.
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
Bei guter Mischung und gelegentlichem Umsetzen etwa sechs bis zwölf Monate; ein vernachlässigter Haufen braucht länger. Reifen Kompost erkennen Sie daran, dass er dunkel und krümelig ist, die Abfälle nicht mehr zu erkennen sind und er nach Walderde riecht. Der Kressetest gibt zusätzlich Sicherheit.
Kann ich Kompost als Blumenerde verwenden?
Nicht pur. Reifer Kompost ist ein Bodenverbesserer, aber zu nährstoffreich für die Anzucht junger Sämlinge – dort leidet die Keimung. Arbeiten Sie ihn stattdessen dünn ins Beet ein – die Bayerische Gartenakademie nennt rund drei Liter je Quadratmeter und Jahr als Faustzahl – oder nutzen Sie ihn als nährende Mulchschicht. Mediterrane, magerliebende Pflanzen brauchen ihn dagegen nicht.
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