Teich im Sommer: Algen, Sauerstoff und Verdunstung im Griff behalten

GartenelloPool, Teich & Wasservor 4 Wochen15 Aufrufe

Sechs Uhr morgens. Die Sonne steht noch flach über der Hecke, das Wasser hat 24 Grad, und die Fische hängen dicht unter der Oberfläche und schnappen. Wer das einmal gesehen hat, vergisst es nicht. Es ist das deutlichste Warnsignal, das ein Teich im Sommer senden kann – und es kommt fast immer früh am Morgen, nicht mittags in der prallen Hitze, wie die meisten vermuten.

Der Grund dafür ist Physik und Biologie, nicht Nachlässigkeit. Aber die Reaktion darauf entscheidet, ob Sie mit einer unruhigen Woche davonkommen oder mit einem gekippten Gewässer.

Warum warmes Wasser weniger Sauerstoff hält

Sauerstoff löst sich in kaltem Wasser besser als in warmem. Das ist der ganze Kern des Problems, und er lässt sich in drei Zahlen fassen: Bei 20 °C liegt die Sättigungsgrenze bei rund 9,1 mg/l, bei 25 °C nur noch bei etwa 8,3 mg/l, bei 30 °C bei ungefähr 7,5 mg/l.

Klingt nach wenig Unterschied. Ist es nicht. Denn parallel steigt der Verbrauch: Fische atmen bei höherer Temperatur schneller, Bakterien im Schlamm arbeiten schneller, Algen zehren mehr. Das Angebot sinkt genau dann, wenn die Nachfrage steigt.

Als Orientierung gilt ein Zielwert von 6 bis 8 mg/l, bei dichterem Fischbesatz eher 7 bis 8 mg/l. Unter etwa 3 mg/l wird es kritisch, unter 2 mg/l überleben die meisten Arten nicht lange. Zwischen „noch komfortabel“ und „lebensbedrohlich“ liegen also keine Welten, sondern wenige Milligramm – und eine heiße Nacht.

Das Morgenbild: die ehrlichste Diagnose

Beobachten Sie Ihren Teich nicht abends, sondern zwischen 5 und 7 Uhr morgens. Dann steht der Sauerstoffgehalt am Tiefpunkt.

Stehen die Fische ruhig im mittleren Wasser, ist alles in Ordnung. Hängen sie an der Oberfläche oder sammeln sich am Filterauslauf, dann fehlt Sauerstoff. Trägheit, verweigertes Futter und schnelle Kiemenbewegung gehören ins gleiche Bild.

Ein Tröpfchentest bringt Gewissheit. Aber wenn die Fische morgens schnappen, brauchen Sie ihn nicht mehr zum Handeln – sondern danach, um die Wirkung Ihrer Maßnahme zu prüfen.

Die Nachtseite der Algen

Tagsüber sind Algen Sauerstoffproduzenten. Sie treiben Photosynthese, das Wasser schäumt förmlich vor Bläschen, und ein Messgerät zeigt am späten Nachmittag Werte, die beruhigend wirken.

Nachts dreht sich das um. Ohne Licht keine Photosynthese – stattdessen Zellatmung. Algen und Wasserpflanzen werden zu Verbrauchern, zusätzlich zu Fischen, Schnecken und der Bakterienwelt in Filter und Bodengrund. Je mehr Algenmasse im Teich steht, desto tiefer fällt der Wert bis zum Morgengrauen.

Deshalb ist eine üppige Algenblüte kein kosmetisches Ärgernis. Sie ist ein nächtlicher Sauerstoffkonsument, der mit jedem Sonnentag wächst.

Dazu kommt ein zweiter Effekt, den viele übersehen: Starke Photosynthese entzieht dem Wasser Kohlendioxid, der pH-Wert steigt im Tagesverlauf. Ein stabiler Teich hält sich zwischen pH 6,5 und 8,5.

Und je höher der pH, desto mehr giftiges freies Ammoniak steht im Wasser. Ab etwa 0,2 mg NH3 pro Liter wird es für Fische akut lebensgefährlich – keine Entwarnung für alles darunter: Kiemen und Schleimhaut nehmen schon bei einem Bruchteil davon Schaden, für die Dauerbelastung gilt aus der Fischzucht ein Richtwert von rund 0,02 mg pro Liter, empfindliche Arten wie Koi reagieren zuerst. Messen Sie den pH-Wert im Hochsommer morgens und noch einmal am späten Nachmittag, dann sehen Sie den Tagesgang.

Woher das Algenfutter kommt

Algen brauchen drei Dinge: Licht, Wärme, Nährstoffe. Licht und Wärme liefert der Juli frei Haus. Bleiben die Nährstoffe – und die stammen fast immer aus dem eigenen Garten.

Fischfutter ist der häufigste Eintrag. Was nicht innerhalb weniger Minuten gefressen wird, sinkt ab und wird zu Phosphat. Laub, Blüten und Pollen treiben ein, sinken, faulen. Rasenschnitt, der beim Mähen über die Böschung fliegt, ist konzentrierter Dünger. Dünger vom Rasen selbst, der bei Starkregen über die Uferzone eingeschwemmt wird, ebenso.

Und das Regenwasser vom Dach: Die Fallrohre in den Teich zu leiten klingt naheliegend, spült aber Staub, Vogelkot und Blütenreste mit ein.

Phosphat ist dabei der Hebel. Schon geringe Mengen reichen für eine kräftige Fadenalgenschicht. Solange Sie die Zufuhr nicht drosseln, kämpfen Sie jeden Sommer aufs Neue gegen Symptome.

Fadenalgen mechanisch entfernen

Der wirksamste Griff ist der einfachste: ein rauer Stock oder eine Algenbürste, hineinhalten, drehen. Die Fäden wickeln sich auf wie Zuckerwatte. Für die Flächen zwischen den Pflanzen nehmen Sie einen breiten Kescher.

Entscheidend ist, was danach passiert. Lassen Sie die abgefischte Masse eine halbe Stunde am Ufer abtropfen – darin sitzen Kleinstlebewesen, die zurückfinden sollen – und bringen Sie sie dann auf den Kompost. Liegen bleiben darf sie nicht, sonst sickert die Nährstofffracht zurück.

Der Erfolg hält nicht lange. Beim Herausziehen reißen Fäden, Sporen bleiben im Wasser, in zwei Wochen wächst es nach. Mechanisches Entfernen ist Bestandspflege, keine Heilung: Es nimmt Biomasse aus dem System und senkt damit die nächtliche Zehrung. Die Ursache bleibt der Nährstoffhaushalt.

Von chemischen Algenmitteln halte ich im bepflanzten Teich wenig. Sie töten Algenmasse schlagartig ab – und diese Masse muss anschließend abgebaut werden. Der Abbau kostet Sauerstoff. Ausgerechnet in der Hitzeperiode, in der ohnehin keiner übrig ist.

Grünes Wasser ist etwas anderes als Fadenalgen

Wenn das Wasser milchig grün wird und Sie den Boden in 40 cm Tiefe nicht mehr sehen, sind Schwebealgen am Werk – mikroskopisch klein, frei im Wasser treibend, mit dem Kescher nicht zu fassen.

Dagegen arbeitet ein UV-C-Klärer. Das Licht bei 254 nm schädigt die Zellen im Durchfluss, die abgetöteten Algen verklumpen und werden im Filter zurückgehalten. Damit das funktioniert, muss die Pumpe genug Wasser bewegen – üblich ist ein- bis zweimal das Teichvolumen pro Stunde. In der üblichen gepumpten Anlage sitzt der Klärer zwischen Pumpe und Filter, denn nur so landen die Klumpen im Filtermaterial; bei Schwerkraftanlagen läuft er im Rücklauf.

Die Grenzen sollten Sie kennen: Ein UV-C-Gerät wirkt nur auf das, was durchfließt. Belag an der Folie, Fadenalgen im Pflanzenbereich und die Nährstoffbasis im Bodenschlamm bleiben unberührt. Und ein altes Leuchtmittel verliert Wirkung, lange bevor es sichtbar ausfällt. Beachten Sie die Herstellerangaben; ziehen Sie bei Eingriffen in Statik, Elektrik oder Gas einen Fachbetrieb hinzu.

Beschattung: der stärkste Hebel ohne Technik

Ein Teich, der von 10 bis 18 Uhr in der vollen Sonne liegt, heizt sich auf und produziert Algen. Mit Schatten über Mittag bleibt er kühler, hält mehr Sauerstoff und wächst langsamer zu.

Die bewährte Faustregel: rund ein Drittel der Wasseroberfläche beschattet, zwei Drittel offen. Seerosenblätter leisten das elegant, dazu Schwimmblattpflanzen und eine hohe Uferbepflanzung im Westen, die die Nachmittagssonne bricht.

Zwei Einschränkungen aus der Praxis. Seerosen mögen ruhiges Wasser: Setzen Sie Sprudler oder Bachlaufeinlauf nicht direkt neben die Pflanzstelle, sonst kümmern die Blätter. Und vollständige Abdeckung ist kein Ziel – ein zugewachsener Teich verliert den Gasaustausch an der Oberfläche, den Sie im Sommer besonders brauchen.

Belüftung: feine Blasen, laufende Nächte

Sauerstoff bringen Sie einem Teich im Sommer technisch auf drei Wegen ins Wasser: über einen Bachlauf oder Wasserfall, über einen Sprudelstein an einer Membranpumpe oder über eine Fontäne, die die Oberfläche bewegt.

Am effizientesten arbeitet die Membranpumpe mit Ausströmer. Sie sitzt trocken am Ufer, drückt Luft durch einen Schlauch, und je feiner die Blasen, desto größer die Austauschfläche. Leise läuft sie obendrein – kein unwichtiges Argument, wenn die Terrasse 10 m entfernt liegt.

Der Ausströmer gehört nicht auf den tiefsten Punkt. Dort steht im Hochsommer oft das kühlere, sauerstoffärmere Wasser; wird es kräftig nach oben gerissen, mischen Sie den Bodenschlamm mit ein. Setzen Sie ihn lieber in mittlere Tiefe.

Und die wichtigste Betriebsregel: Belüftung läuft nachts. Genau dann, wenn die Photosynthese ruht und der Verbrauch weiterläuft. Wenn Sie die Pumpe abends abschalten, weil das Plätschern beim Einschlafen stört, drehen Sie den Sauerstoff im schlechtesten Moment ab.

Sicherheitshinweis: Strom am und im Teichwasser

Pumpen, UV-C-Geräte, Beleuchtung: Am Teich hängt mehr Elektrik als am gesamten übrigen Garten. Und Wasser verzeiht keinen Fehler.

Sicherheitshinweis: Ein beschädigtes Kabel, ein durchgescheuerter Stecker oder ein Gerät mit unzureichender Schutzart kann Teichwasser unter Spannung setzen – wer dann hineingreift, um den Kescher zu holen oder die Pumpe zu prüfen, erleidet einen Stromschlag mit Herzstillstand als möglicher Folge, ohne dass die Gefahr vorher sichtbar wäre. Betreiben Sie jeden Stromkreis am Teich über einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) mit 30 mA Auslösestrom, verwenden Sie Unterwassergeräte ausschließlich in IP68, Geräte im Uferbereich mindestens in IP44, besser IP65, nutzen Sie in den wassernächsten Bereichen Schutzkleinspannung (maximal 12 V Wechselspannung beziehungsweise 30 V Gleichspannung), setzen Sie Außensteckdosen nur mit Klappdeckel ein – und ziehen Sie vor jedem Griff ins Wasser den Stecker.

Feste Installationen, Erdkabel, eigener Stromkreis: kein Feld für Improvisation und keines für Verlängerungen unter einem Blumentopf. Lassen Sie die Festinstallation von einem Elektrofachbetrieb ausführen. Und kontrollieren Sie einmal im Jahr: Kabelmantel spröde? Stecker korrodiert? Gehäusedichtung porös? Raus damit.

Verdunstung: was normal ist und was nach Leck riecht

Der Pegel sinkt, und sofort steht der Verdacht im Raum, die Folie sei undicht. Meistens ist es die Sonne.

Ein Teich im Sommer verliert an normalen warmen Tagen etwa 2 bis 5 Liter je Quadratmeter Wasserfläche und Tag; an heißen, windigen Tagen können es bis zu 10 Liter werden. Ein Liter je Quadratmeter entspricht genau 1 mm Pegel – ein Absinken von 2 bis 5 mm am Tag ist damit unauffällig, an Extremtagen bis etwa 1 cm. Verlieren Sie über mehrere Tage hinweg deutlich mehr als 1 cm täglich, obwohl das Wetter das nicht hergibt, suchen Sie besser nach einem Leck. Wind treibt den Wert stärker nach oben als reine Lufttemperatur – eine offene Lage kostet mehr Wasser als eine geschützte.

Beginnen Sie die Suche beim Bachlauf – aber nicht, solange die Fische morgens schnappen oder eine Hitzewelle läuft. Und prüfen Sie ihn, ohne die Biologie stillzulegen: Führen Sie den Filterrücklauf einen Tag lang per Schlauch direkt in den Teich statt über den Bachlauf, aus rund 1 m Höhe auf die Oberfläche, damit der Sauerstoffeintrag erhalten bleibt. Für den Umbau ziehen Sie den Stecker, danach läuft alles durch: Pumpe und Filter arbeiten weiter, still steht nur der Verdächtige. Ganz abschalten sollten Sie für den Test nichts – im stehenden Filter geht den Reinigungsbakterien der Sauerstoff aus, und das abgestandene Wasser landet später im Teich. Markieren Sie den Wasserstand erst, wenn das Bachlaufbett leergelaufen ist – sonst hebt dieses Wasser den Pegel und verfälscht den Vergleich. Bleibt der Verlust so groß wie an einem vergleichbaren Tag im Normalbetrieb, liegt es nicht am Bachlauf – dann bleiben Verdunstung und Folie. Wird er deutlich kleiner, verliert der Bachlauf das Wasser: durch ein Leck oder über seine größere, bewegte Oberfläche.

Bleibt der Pegel auf einer bestimmten Höhe stehen und sinkt dort nicht weiter, liegt das Leck genau auf dieser Höhe. Und ein Klassiker, der kein Loch braucht: Eine Ufermatte oder ein Pflanzenpolster, das über den Folienrand nach außen hängt, saugt wie ein Docht und zieht Wasser Tag und Nacht in den umliegenden Boden.

Richtig nachfüllen, ohne den Teich zu schocken

Nachfüllen ist im Sommer Pflicht – sinkender Pegel bedeutet weniger Volumen, schnellere Erwärmung und höhere Nährstoffkonzentration. Aber die Art des Nachfüllens entscheidet.

Langsam, nicht im Schwall. Kaltes Leitungswasser trifft auf 25 Grad warmes Teichwasser; ein plötzlicher Temperatursturz stresst Fische massiv und kann sie im Extremfall töten. Drosseln Sie den Strahl oder stellen Sie das Wasser in Tonnen vor.

Kleine Mengen häufig statt große selten. Ein Drittel des Volumens auf einmal verändert die Wasserchemie sprunghaft. Wer alle paar Tage ausgleicht, hält sie stabil.

Regenwasser mit Maß. Es ist nährstoffarm und weich – grundsätzlich gut. Aber es ist auch leicht sauer und bringt praktisch keine Karbonathärte mit: Der KH-Wert liegt nahe null, der pH-Wert bei rund 5,5 bis 6. Jeder Regenschub verdünnt damit genau den Puffer, der Ihren pH-Wert stabil hält. Ab etwa 30 % des Teichvolumens kann die Karbonathärte so weit fallen, dass der pH-Wert schwankt. Mischen ist deshalb klüger als reines Regenwasser.

Und schauen Sie einmal auf die Analyse Ihres Wasserversorgers: Leitungswasser mit hohem Nitrat- oder Phosphatgehalt füttert die Algen, die Sie gerade abfischen.

Weniger füttern, wenn es heiß wird

Bei hohen Temperaturen fressen Fische gierig, verdauen aber schlechter – und jedes Gramm ungefressenes Futter wird zu Nährstoff. Reduzieren Sie die Menge während einer Hitzewelle deutlich und füttern Sie morgens statt mittags. Was nach fünf Minuten noch schwimmt, war zu viel.

Der ehrlichere Blick betrifft den Besatz. Viele Gartenteiche tragen mehr Fische, als ihr Volumen bei 28 Grad Wassertemperatur verkraftet.

Faulschlamm: der versteckte Sauerstofffresser

Unter der Wasseroberfläche sammelt sich, was der Garten einträgt: Laub, Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile, Fischausscheidungen. Bakterien bauen das ab und verbrauchen dabei Sauerstoff. Faulschlamm ist der größte stille Zehrer im Teich.

Sie erkennen ihn am Geruch. Stochern Sie mit einem Stock in den Bodengrund: Steigen Blasen auf, die nach faulen Eiern riechen, entweicht Schwefelwasserstoff aus einer sauerstofffreien Zone – ein Alarmzeichen.

Der Umgang damit braucht Timing. Eine gründliche Schlammabsaugung gehört ins Frühjahr oder in den Herbst – großflächiges Aufwirbeln bei 26 Grad setzt Zehrstoffe frei und kann den Kipppunkt erst auslösen. Im Hochsommer arbeiten Sie nur punktuell an der schlimmsten Stelle.

Sicherheitshinweis: Kinder am offenen Wasser

Ein Teich ist gestalterisch großartig und sicherheitstechnisch anspruchsvoll. Beide Wahrheiten gelten gleichzeitig.

Sicherheitshinweis: Kleinkinder ertrinken bereits in wenigen Zentimetern Wasser, lautlos und ohne um Hilfe zu rufen – vom Hineinfallen bis zur Bewusstlosigkeit vergehen oft nur Sekunden, und eine Flachwasserzone oder eine glitschige Uferfolie macht ein Aufrichten unmöglich. Sichern Sie den Zugang mit einem für Kinder nicht überwindbaren Zaun von mindestens 1 m, besser 1,5 m Höhe und selbstschließendem Tor, spannen Sie über kleinere Wasserflächen ein tragfähiges, fest verankertes Gitter oder Netz – und lassen Sie Kinder unter sechs Jahren am Wasser keine Sekunde unbeaufsichtigt, auch nicht kurz, wenn das Telefon klingelt.

Der Hinweis gilt auch, wenn im eigenen Haushalt keine kleinen Kinder leben. Nachbarskinder, Besuch, Enkel: Der Teich fragt nicht, wer am Ufer steht. Ein flach auslaufender Sumpfbereich statt einer Steilkante ist reizvoll und im Zweifel die bessere Rettung.

Wenn es akut wird

Die Fische schnappen, das Wasser ist 27 Grad warm, es ist Sonntagmorgen. Dann zählt Reihenfolge.

Sofort Bewegung erzeugen. Belüfter an, Bachlauf an, Fontäne an, notfalls den Gartenschlauch aus rund 1 m Höhe auf die Oberfläche laufen lassen – jeder Aufprall und jede Blase trägt Sauerstoff ein.

Beschatten. Sonnensegel, Sonnenschirm, aufgespanntes Tuch. Alles, was in der nächsten Stunde Mittagssonne von der Fläche nimmt.

Nichts füttern. Für einen Tag ohne Futter kommt kein Fisch zu Schaden. Ein zusätzlicher Zehrprozess dagegen schon.

Behutsam Wasser tauschen. Ein Teilwasserwechsel mit kühlerem Frischwasser, langsam eingeleitet, senkt Temperatur und Nährstofffracht zugleich. Aber langsam – der Temperatursturz darf nicht schockartig kommen.

Keine Chemie im Notfall. Algenmittel, das jetzt Biomasse abtötet, verschärft den Sauerstoffmangel in den folgenden Nächten.

Der Teich im Sommer: die Routine, die den Unterschied macht

Vieles davon klingt aufwendig, ist es aber nicht. Ein eingespielter Teich im Sommer braucht ungefähr 20 Minuten in der Woche: Fadenalgen aufdrehen, Oberfläche abkeschern, Pegel prüfen und langsam nachfüllen, Filter kontrollieren, Belüftung hören.

Dazu der Morgenblick. Nicht als Aufgabe, sondern als Gewohnheit – Kaffee in der Hand, zwei Minuten am Ufer. Wer seine Fische an 30 Morgen ruhig im mittleren Wasser stehen sieht, erkennt am Tag darauf sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Und wenn Sie ohnehin über eine Erweiterung nachdenken: Tiefe puffert. Ein Teich mit einer Zone von 1,2 bis 1,5 m Tiefe erwärmt sich langsamer und hält im August unten einen kühleren Rückzugsraum bereit. Fläche allein macht ein Gewässer nicht stabil – Volumen tut es.

Ein Teich im Sommer ist kein Selbstläufer, aber auch kein Sorgenkind. Er verlangt drei Dinge: weniger Nährstoffe hinein, mehr Sauerstoff hinein, weniger Sonne auf die Fläche. Wer diese drei Hebel im Juli bedient statt im September zu reparieren, sitzt im August abends am Wasser und hört nur den Bachlauf.

🌿 Häufige Fragen zum Teich im Sommer

Woran erkenne ich Sauerstoffmangel im Teich?

Am zuverlässigsten in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr: Stehen die Fische dicht unter der Oberfläche, schnappen sie nach Luft oder sammeln sie sich am Filterauslauf und am Einlauf des Bachlaufs, fehlt Sauerstoff. Trägheit und verweigertes Futter gehören ins gleiche Bild. Ein Test bestätigt es: Zielwert sind 6 bis 8 mg/l, unter etwa 3 mg/l wird es kritisch.


Warum wird der Sauerstoff nachts knapp und nicht mittags?

Tagsüber betreiben Algen und Wasserpflanzen Photosynthese und geben Sauerstoff ab. Nachts fällt diese Produktion weg, die Atmung läuft aber weiter – Pflanzen, Algen, Fische und Bakterien verbrauchen dann gemeinsam. Bis zum Morgengrauen ist der Vorrat entsprechend aufgebraucht. Je mehr Algenmasse im Teich steht, desto tiefer fällt der Wert.


Wie viel Wasserverlust durch Verdunstung ist im Sommer normal?

An warmen Sommertagen sind 2 bis 5 Liter je Quadratmeter Wasserfläche und Tag üblich, an heißen und windigen Tagen bis zu 10 Liter. Ein Liter je Quadratmeter entspricht 1 mm Pegel – ein Absinken von 2 bis 5 mm pro Tag ist damit unauffällig, an Extremtagen bis etwa 1 cm. Ob der Bachlauf Wasser verliert, prüfen Sie, indem Sie den Filterrücklauf einen Tag lang per Schlauch direkt in den Teich führen statt über den Bachlauf – aus rund 1 m Höhe auf die Oberfläche, damit der Sauerstoffeintrag erhalten bleibt – und den Wasserstand erst markieren, wenn das Bachlaufbett leergelaufen ist. Pumpe und Filter laufen dabei weiter. Bleibt der Verlust so groß wie an einem vergleichbaren Tag im Normalbetrieb, liegt es nicht am Bachlauf; wird er deutlich kleiner, verliert der Lauf Wasser – durch ein Leck oder über seine größere, bewegte Oberfläche.


Kann ich den Teich mit Leitungswasser oder Regenwasser nachfüllen?

Beides geht, am besten gemischt und in kleinen Mengen. Regenwasser ist nährstoffarm, aber weich und leicht sauer – es bringt praktisch keine Karbonathärte mit, der KH-Wert liegt nahe null und der pH-Wert bei rund 5,5 bis 6. Ab etwa 30 % des Teichvolumens kann die Karbonathärte kippen und der pH-Wert instabil werden. Leitungswasser sollten Sie auf Nitrat und Phosphat prüfen. Füllen Sie in jedem Fall langsam nach, damit die Fische keinen Temperaturschock erleiden.


Hilft ein UV-C-Klärer gegen Fadenalgen?

Nein. Ein UV-C-Gerät wirkt auf Schwebealgen im Durchfluss und macht grünes Wasser wieder klar, indem die abgetöteten Zellen verklumpen und im Filter hängen bleiben. Fadenalgen an Folie, Steinen und Pflanzen erreicht es nicht – die entfernen Sie mechanisch mit Stock, Bürste oder Kescher. Das Gerät sitzt bei der üblichen gepumpten Anlage zwischen Pumpe und Filter, nicht dahinter.


Wie sichere ich Pumpe und Beleuchtung am Teich elektrisch ab?

Jeder Stromkreis am Wasser gehört über einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 mA Auslösestrom abgesichert. Unterwassergeräte benötigen IP68, Geräte im Uferbereich mindestens IP44, besser IP65, Außensteckdosen einen Klappdeckel. In den wassernächsten Bereichen arbeiten Sie mit Schutzkleinspannung. Feste Installationen und Erdkabel lassen Sie ausschließlich von einem Elektrofachbetrieb ausführen, und vor jedem Griff ins Wasser ziehen Sie den Stecker.


Wie schütze ich Kinder vor der Ertrinkungsgefahr am Gartenteich?

Kleinkinder ertrinken bereits in wenigen Zentimetern Wasser, lautlos und innerhalb von Sekunden. Sichern Sie den Zugang mit einem nicht überwindbaren Zaun von mindestens 1 m, besser 1,5 m Höhe und selbstschließendem Tor, oder spannen Sie ein tragfähiges, fest verankertes Gitter beziehungsweise Netz über die Wasserfläche. Kinder unter sechs Jahren bleiben am Wasser niemals unbeaufsichtigt – auch nicht kurz.

Nächster Artikel wird geladen …
Suche Angesagt
Wird geladen

Anmeldung in 3 Sekunden …

Registrierung in 3 Sekunden …